BMBF-Zukunftsforum diskutiert strategische Herausforderungen auf dem Weg zum Unternehmen 2.n

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie ein globaler „Informationsraum“ bilden die Grundlage für einen epochalen Umbruch. Die Konturen dieses „Unternehmens 2.n“ zeichnen sich schon heute ab – seine Potenziale sind jedoch kein Selbstläufer.

Über geeignete Strategien diskutierten Wissenschaftler des BMBF-Projekts GlobePro mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Verbänden auf dem Zukunftsforum „Unternehmen der Zukunft“ am 3. Mai 2013 bei der SAP AG in Walldorf.

Die Konturen des Unternehmens der Zukunft sind bereits heute deutlich erkennbar: IT-gestützte Prozesse bilden das Rückgrat flexibler Produktionsstrukturen und ermöglichen es, dass systemisch organisierte Unternehmen „wie aus einem Guss“ weltweit agieren können. Arbeit und Innovation finden damit in zunehmendem Maße unter veränderten organisatorischen Bedingungen statt und stellen neue Anforderungen an Mitarbeiter und Führung.

Phänomene wie „Big Data“ oder „Cloud Working“ beinhalten weitreichende Implikation für die Steuerung global verteilter Wissensarbeit, die auf der Basis des „Informationsraums“ in einem neuen, globalen „Raum der Produktion“ organisiert wird.

„Ähnlich wie einst die Maschinensysteme die Grundlage für die klassischen Industrieunternehmen waren, entwickelt sich heute, auf der Basis eines weltweit vernetzten ‚Informationsraums’, ein neuer Typ von Unternehmen – das Unternehmen 2.n“, so PD Dr. Andreas Boes vom ISF München.

In seinem Vortrag entwarf PD Dr. Andreas Boes, Vorstand des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung – ISF München, auf der Basis von 25 Jahren Forschung zu den Themen „Informatisierung“ und „Zukunft der Arbeit“ ein großes historisches Panorama des Übergangs vom „klassischen“ industriellen Großunternehmen zur Herausbildung des „Unternehmens 2.n“. Und er stellte Szenarien zu den entscheidenden Zukunftsfragen vor: Wird sich das Unternehmen der Zukunft in der Cloud auflösen, oder was hält es zusammen? Wie organisiert es Innovationsprozesse? Welche Rolle wird Führung künftig spielen? Ist das Unternehmen der Zukunft „weiblich“? Und ist es für die Menschen nachhaltig?

Als innovativer Trendsetter für die Entwicklung zum Unternehmen der Zukunft war die SAP AG nicht nur die Gastgeberin des hochrangig besetzten Zukunftsforums, sondern beteiligte sich auch sehr prominent an der Veranstaltung. So stellte Luisa Delgado, Personalvorstand und Arbeitsdirektorin bei der SAP AG, strategische Orientierungen der SAP für das Unternehmen der Zukunft vor. Auch die IBM als strategischer Treiber für die moderne Unternehmenswelt präsentierte ihre Antworten auf die Zukunftsfragen. Hier zeigte Dr. Uwe Groß, Partner IBM Global Business Services und Leiter IBM Consulting Services, Perspektiven für das Unternehmen der Zukunft in einer digitalisierten Welt auf. Die neuen Handlungsanforderungen, die sich im Zuge des Umbruchs in den Unternehmen den Gewerkschaften stellen, skizzierte Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, in ihrem Vortrag „Zukunft der Arbeit im Unternehmen der Zukunft“.

Die Diskussion zeigte, dass mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des „Unternehmens 2.n“ ein großes Potenzial zur Steigerung der geistigen Produktivkräfte und damit der Innovationsfähigkeit besteht.
„Die Entfaltung dieser Potenziale ist jedoch kein Automatismus“, stellte PD Dr. Andreas Boes in seiner Diagnose fest, „sondern bedarf der gezielten Gestaltung.“

Gastgeberin dieses dritten Zukunftsforums war die SAP AG. Die Zukunftsforen finden im Rahmen des Arbeitskreises „Herausforderung Unternehmen 2.n – Nachhaltige Strategien für eine global vernetzte Ökonomie“ statt. Ziel des Arbeitskreises ist es, hochrangige Expertinnen und Experten aus Unternehmen und Verbänden zu einem intensiven Austausch über grundlegende Fragen der Entwicklung der Wirtschaft im 21. Jahrhundert zusammenzubringen. Die Zukunftsforen und der Arbeitskreis werden organisiert vom BMBF-Forschungsprojekt „GlobePro – Global erfolgreich durch professionelle Dienstleistungsarbeit“, das seit mehr als drei Jahren die Herausforderungen der Globalisierung in modernen Dienstleistungsbranchen untersucht und dafür nachhaltige Gestaltungskonzepte entwickelt. Die Ergebnisse der Zukunftsforen werden für die Öffentlichkeit dokumentiert, unter anderem auf der Webseite des Projekts: http://www.globe-pro.de

Das erste Zukunftsforum „Globalisierung nachhaltig gestalten“ fand am 18. Dezember letzten Jahres bei der DB Systel GmbH im Frankfurter Silver Tower statt. Am 22. Februar diesen Jahres folgte das zweite Zukunftsforum „Neue Formen der Industrialisierung“ bei der IG Metall, ebenfalls in Frankfurt.

Das Projekt GlobePro wird im Rahmen des Förderprogramms „Innovationen mit Dienstleistungen“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert. Betreut wird es vom Projektträger im DLR Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen.

Projekt GlobePro:
PD Dr. Andreas Boes, Dr. Kira Marrs, Dr. Tobias Kämpf, ISF München, Jakob-Klar-Str. 9, 80796 München, +49 (0) 89 272921-0, andreas.boes@isf-muenchen.de
Ansprechpartner für die Presse:
Frank Seiss, Öffentlichkeitsarbeit am ISF München, +49 (0) 89 272921-78,
frank.seiss@isf-muenchen.de

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Frank Seiß idw

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