Zur Krankheitsanfälligkeit von Kulturpflanzen

Eine internationale Konferenz zum Thema „Krankheitsanfälligkeit (Kompatibilität) in der Interaktion von Pflanzen mit Mikroben“ veranstaltet vom 4. bis 6. März 2007 auf Schloss Rauischholzhausen die von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe 666 (Sprecher: Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel).

Neben vier Forscher-Teams der Justus-Liebig-Universität Gießen sind an der Forschergruppe Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts Marburg, des IPK Gatersleben sowie der Universitäten Erlangen, Halle und München beteiligt. In einem anschließenden Bioinformatik Workshop, der am 6. und 7. März im IFZ für Umweltsicherung an der Universität Gießen stattfindet, werden spezifische Fragestellungen der Analyse, Visualisierung und Verknüpfung von Genexpressionsdaten und Metabolomdaten behandelt.

Die „3rd International Rauischholzhausen Conference: Analysis of Compatibility Pathways in Plant-Microbe-Interactions“ steht in der Tradition von früheren Konferenzen, die ebenfalls vom Institut für Phytopathologie und angewandte Zoologie (IPAZ) der Universität Gießen veranstalteten wurden und bei denen Themen aus dem Bereich der Mechanismen von Resistenz von Kulturpflanzen behandelt wurden. Die diesjährige Konferenz beschäftigt sich mit den Mechanismen, die es pilzlichen Pathogenen erlauben, die von ihnen befallenen Pflanzen erfolgreich zu besiedeln und den Stoffwechsel der Pflanze zum Zwecke der eigenen Nährstoffversorgung, Vermehrung und Verbreitung umzusteuern. 70 Teilnehmer u.a. aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland werden sich auf Schloss Rauischholzhausen, der Tagungsstätte der Universität Gießen im Ebsdorfergrund, in mehr als 20 Fachvorträgen mit unterschiedlichen Aspekten der Pilz-Pflanze-Interaktion befassen.

Trotz großer Fortschritte im Pflanzenschutz geht die steigende landwirtschaftliche Produktion mit einer erhöhten Ernteverlustrate einher. Um diese Verluste zu begrenzen, ist es notwendig, neue Strategien in der Pflanzenproduktion einzusetzen, die darauf abzielen, die Ertragssicherheit sowie den Verbraucher- und Umweltschutz zu verbessern. Ein verbessertes Verständnis der Interaktion von Nutzpflanzen mit ihren Pathogenen ist ein wichtiger Schlüssel zu solchen neuen Strategien der Pflanzenproduktion, da diese Pathogene darauf angewiesen sind, der Pflanze Stoffwechselprodukte zu entziehen, um ihre eigene Vermehrung sicherzustellen.

Ziel der DFG-Forschergruppe 666 'Mechanismen der Kompatibilität' ist es, durch ein verbessertes Verständnis von Krankheitsentwicklung und den molekularen Mechanismen, die dieser Umsteuerung des pflanzlichen Stoffwechsels zugrunde liegen, neue Wege der Verbesserung von Nutzpflanzen aufzuzeigen. Die Arbeiten der Forschergruppe konzentrieren sich auf die agronomisch wichtigen Getreidearten Gerste und Mais in ihrer Interaktion mit Schad- und Nutzpilzen wie dem Mehltaupilz (Blumeria graminis) oder dem Maisbeulenbrandpilz (Ustilago maydis) sowie einem nützlichen Wurzelendophyt, Piriformospora indica.

– 3rd International Rauischholzhausen Conference: „Analysis of Compatibility Pathways in Plant-Microbe-Interactions“ vom 4. bis 6. März 2007 auf Schloss Rauischholzhausen, Ebsdorfergrund

– Bioinformatik-Workshop am 6. und 7. März 2007 im IFZ für Umweltsicherung, Justus-Liebig-Universität Gießen, Heinrich-Buff-Ring 26-32

Kontakt:

Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel
Sprecher der Forschergruppe FOR666
Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie (IPAZ)
IFZ für Umweltsicherung
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-37490
E-Mail: Karl-Heinz.Kogel@agrar.uni-giessen.de

Media Contact

Christel Lauterbach idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-giessen.de/FOR-666/

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