EUROFORUM-Konferenz "Arzneimittelvertrieb"

Medikamente auf neuen Wegen

Eine Lizenz zum Versenden von Medikamenten haben heute rund 800 Apotheken in Deutschland, täglich kommen neue hinzu. Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) schätzt das Marktpotenzial seiner Branche mittelfristig auf drei Milliarden Euro. Jeder zweiten Versandapotheke hat die Stiftung Warentest allerdings Anfang des Jahres mangelhafte Leistungen bescheinigt.

Experten aus Industrie und Ministerium diskutieren auf der 7. EUROFORUM-Fachkonferenz „Arzneimittelvertrieb“ (12. Juli 2005, Köln) die Auswirkungen des Gesundheits-Modernisierungsgesetz (GMG) und des europäischen Rechts auf den Arzneimittelversand. Einen Marktüberblick und die Perspektiven bis 2010 gibt Univ. Professor Dr. Dr. h.c. Peter Oberender (Ordinarius für Volkswirtschaftlehre und Gesundheitsökonomie, Universität Bayreuth). Im Detail beschreibt er neue Versorgungsformen und die Integration adäquater Vertriebsstrategien. Die rechtlichen Veränderungen im Arzneimittelhandel und die EU-Einflüsse thematisiert Dr. Gerhard Schorn (Leiter des Referats Apotheken, Pharmaberufe, Arzneimittelverkehr, Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherheit).

Eine Neuheit der assist Pharma, ein Unternehmen der kohl-Gruppe, stellt Jörg Geller (Mitglied der Geschäftsleitung, kohlpharma GmbH) vor: Fertigarzneimittel in so genannten Wochenblister (Durchdruckverpackung) abgefüllt, sollen Patienten und Pflegepersonal dabei unterstützen, die vorgegebene Medikamententherapie einzuhalten. Dadurch erhöht sich einerseits die Lebensqualität der Patienten, zum anderen werden erhebliche Kosten vermieden. Die Langzeiteffekte einer mangelhaften Therapietreue sind gravierend: Experten beziffern die Ausgaben für Fehlbehandlungen, längere Krankenhausaufenthalte und Frühverrentungen auf jährlich rund zehn Milliarden Euro.

Über Kooperationen des Pharmagroßhandels an Apotheken und Industrie spricht Ulrich von der Linde ( Geschäftsführer, v.d.Linde-Arzneimittel GmbH). Für den Arzneimittelmarkt der Zukunft sieht von der Linde flexible Konditionsmodelle auch ohne Direktversand. Ob die Krankhausapotheke in Konkurrenz zur Offizin-Apothe steht, erläutert Dr. Steffen Amann (Apotheke des Klinikums rechts der Isar der TU München; Präsident, Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker ADKA e.V.). Er stellt Struktur und Inhalte der Arzneimittelversorgung im Krankenhaus vor und geht auf die Möglichkeit von Kooperationen zwischen Krankenhausapotheke und Offizinapotheke ein.

Der Gründer und Geschäftsführer der niederländischen Versandapotheke DocMorris Ralf Däinghaus sieht in der Versandapotheke den Vertriebsweg der Zukunft in Europa. Er erwartet mit der für den Herbst geplanten Bundestagswahl eine frühere Liberalisierung des Arzneimittelmarktes. »Unabhängig davon, wer bei der nächsten Wahl gewinnen wird, ist für uns die Neuwahl ein wichtiger Aspekt, dass diese Diskussion ein ganzes Jahr früher geführt wird«, sagte der DocMorris-Geschäftsführer. Von einem möglichen Wegfall der Festpreisverordnung erwarte Doc Morris deutliche Umsatzzuwächse. (Quelle: www.netecho.info, 7.6.05)

Patienten-Empowerment sieht Dr. Dr. Fred Harms als eine Herausforderung für alle Bereiche des Gesundheitssystems. Gemeint ist mit diesem Begriff, dass Patienten Kontrolle über Entscheidungen und Aktivitäten gewinnen, die relevant für ihre Gesundheit sind. Der Leiter Health Care Competence Center Basel geht in seinem Vortrag auf Pharma-Innovationsmarketing, Markt-Empowermant in den USA und Europa sowie Möglichkeiten der Patientenansprache ein.

Das vollständige Programm ist im Internet abrufbar unter: www.euroforum.de/pr-arznei05

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