Perspektiven und Grenzen der modernen Herzchirurgie

Eingriffe bei Säuglingen mit komplexen angeborenen Herzfehlern sind in der modernen Herzchirurgie ebenso an der Tagesordnung wie Herzoperationen bei über 80-jährigen Patienten, Transplantationen von Herz und Lunge oder der Einsatz eines Kunstherzen. Neben neuen Perspektiven für die Behandlung ergeben sich mit fortschreitender Entwicklung dieses Fachgebietes aber auch Fragen nach den biologischen und ethischen Grenzen des medizinisch Machbaren. „Perspektiven und Grenzen“ heißt denn auch das Thema der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, die unter der Leitung des münsterschen Herzchirurgen Prof. Dr. Hans H. Scheld vom 23. bis 26. Februar 2003 in Leipzig stattfindet.

Über 1000 Mediziner aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland werden zu dieser Tagung im neuen Kongresszentrum in Leipzig erwartet. Ausgerichtet wird sie von der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Münster, dessen Direktor Prof. Scheld im Rahmen der Tagung für die kommenden zwei Jahre zum Präsidenten der Fachgesellschaft gewählt wird.

Der Kongress gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Herzchirurgie und beleuchtet beispielsweise aktuelle klinische Entwicklungen in diesem Fach ebenso wie Aspekte der Grundlagenforschung und praktische Entwicklungen der Intensivmedizin. Zusätzlich zum Hauptprogramm des Kongresses werden verschiedene Satelliten-Symposien mit international renommierten Experten stattfinden, so dass über Ländergrenzen hinweg ein internationaler Erfahrungsaustausch möglich wird.

Einer der Schwerpunkte der Tagung ist die Behandlung angeborener Herzfehler. In der Entwicklung entsprechender Operationsmethoden und ersten Versuchen zur chirurgischen Korrektur solcher Fehlbildungen in den 50er Jahren liegt der Ursprung der modernen Herzchirurgie. Auch die Bypass-Behandlung bei verkalkten Herzgefäßen oder der Einsatz neuer Herzklappen gehen somit auf die Entwicklung bei der Behandlung angeborener Herzfehler zurück. Allein in Deutschland liegt die Zahl der Kinder, die aus diesem Grund einer Herzoperation bedürfen, bei rund 7000. Mit der Weiterentwicklung operativer Verfahren, der
Medizintechnik, der Narkoseverfahren und der Intensivmedizin können viele Herzfehler heute bereits bei Neugeborenen mit sehr geringem Risiko erfolgreich korrigiert werden.

Neben Perspektiven und Grenzen der Herzchirurgie bei Kindern geht es bei der Jahrestagung unter anderem um Chancen und Risiken von Herzoperationen bei älteren Menschen. Im Zuge der demografischen Entwicklung wird die Behandlung von Patienten in hohem Lebensalter, die oft an schwerwiegenden Begleiterkrankungen leiden, eine wachsende Herausforderung darstellen. In diesem Zusammenhang werden bei dem Kongress auch mögliche neurologische Folgen einer Herzoperation, wie etwa das Risiko eines Schlaganfalls, eingehend erörtert. Eine Reduzierung solcher und möglicher anderer Risiken sehen die Herzchirurgen in so genannten minimal-invasiven Operationstechniken. Solchen schonenden Verfahren, die insbesondere auch bei älteren Patienten eine positive Perspektive eröffnet haben, ist bei dem Kongress eine eigene Hauptsitzung gewidmet.

Ansprechpartner für Medien

Jutta Reising idw

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