Summerschool statt Sommerferien: Informatiker machen große Datenmengen auf einen Blick erfassbar

Entscheidungsgrundlage für Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft / Zehntägiges Fortbildungsprogramm mit bundesweiter Resonanz

Mit Einführungen in die Computergrafik und Geometrie eröffnet heute die Mannheimer Fakultät für Mathematik und Informatik ihre praxisorientierte Vortragsreihe zum Thema „Computational Visualization“. Die Forscher beschäftigen sich mit Möglichkeiten, um große Datenmengen schnell erfassbar darzustellen – beispielsweise als Entscheidungsgrundlage für Politiker und Manager. Die Vorträge nebst praktischen Übungen sind Teil einer zehntägigen Summerschool, die die Fakultät vom 31. Juli bis 9. August in der Schlossuniversität ausrichtet. Das Programm und die hochkarätigen Redner aus den USA und Deutschland stoßen auch überregional auf großes Interesse.

Das Themengebiet „Computational Visualization“ umfasst computergestützte Verfahren zur Verarbeitung und Darstellung großer Datensätze. Durch die rechnerische und grafische Aufarbeitung lassen sich die Daten so aufbereiten, dass ein Betrachter die für ihn wichtigen Aspekte aus der Gesamtheit der erhobenen Daten auf einen Blick erfassen kann. Um dies möglich zu machen, sind eine Vielzahl von Techniken aus den verschiedensten Teilgebieten der Mathematik und Informatik notwendig – von der Algebraischen Geometrie über Bildverarbeitung bis hin zu 3D-Bilddatenvisualisierungen. Anwendungsgebiete gibt es viele: In Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Technik werden in immer stärkerem Maße sehr große Datenmengen produziert, die so aufbereitet werden müssen, dass sie Entscheidungsträgern schnellen und übersichtlichen Zugriff auf für sie wichtige Informationen ermöglichen.

Die Sommerschule bietet mit je zwei Vorträgen pro Tag einen umfassenden Überblick über „Computational Visualization“ und die verschiedenen Anwendungen. Dabei werden die mathematisch-informatischen Verfahren von den unverarbeiteten Datensätzen bis hin zur vollständigen dreidimensionalen grafischen Darstellung thematisiert. Als Beispiele aus der großen Palette möglicher Anwendungen dienen Datensätze aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften (z.B. Biologie, Strömungsmechanik), aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (z.B. Geschäftdaten oder Statistiken) oder aus bildgebenden Systemen wie der Medizin.

Kernstück der Veranstaltung sind sechs Vorträge des Nestors der internationalen Computational Visualization-Forschung, Prof. Chandrajit Bajaj, Direktor des Center for Computational Visualization der University of Texas in Austin. Ergänzend stellen führende Experten aus Deutschland, wie Hans-Peter Seidel, Direktor des Saarbrückener Max-Planck-Instituts für Informatik, ihre Arbeit vor. Den Boden für dieses Wissen bereiten die Mannheimer Wissenschaftler, die mit ihren Einführungsveranstaltungen das nötige Basiswissen für die folgenden Vorträge schaffen. Darüber hinaus bietet die Summerschool Gelegenheit, in praktischen Übungen am Computer die konkrete Umsetzung einzelner Verfahren zu erkunden.

Die Sommerschule der Mannheimer Mathematiker und Informatiker stößt überregional auf großes Interesse. Die über 70 Teilnehmer rekrutieren sich aus ganz Deutschland. Auch Gastforscher aus Tunesien und Weißrussland – darunter der Präsident der weißrussischen Akademie der Wissenschaften finden sich unter den Zuhörern. Der große Resonanz der Sommerschule „Computational Visualization“ und die Zusagen hochkarätiger Gastredner belegen die dynamische Entwicklung der Mannheimer Fakultät für Mathematik und Informatik hin zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum für Informationstechnologie.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christoph Schnörr
LS für Bildverarbeitung, Mustererkennung und Computergrafik
Universität Mannheim
Tel. 0621/181-2745
E-Mail: schnoerr@uni-mannheim.de

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Achim Fischer idw

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