Tagung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie

10. Mai 2002: Verleihung des Nernst-Haber-Bodenstein-Preises, der Walther-Nernst-Denkmünze und des Bunge-Preises für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten

Mehr als 600 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden zur 101. Hauptversammlung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie, die vom 9. bis 11. Mai 2002 an der Universität Potsdam stattfindet, erwartet 

Das Hauptthema der Bunsentagung 2002 lautet „Kern- und Elektronenspins als dynamische und kinetische Sonden“. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung stehen Vorträge, Berichte und Posterpräsentationen international bekannter Vertreter aus Forschung und Wissenschaft, unter Ihnen die Professoren Edgar J. J. Groenen vom Department of Molecular Physics des Huygens Laboratory in Leiden; James F. Haw, Department of Chemistry der University of Southern California, Los Angeles; Alexander Pines, Department of Chemistry der University of California, Berkeley und Hans-Wolfgang Spiess vom Max-Planck Institut für Polymerforschung, Mainz. Zudem findet ein Industrie-Symposium zur industriellen Anwendung der Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR) statt. 

Die Deutsche Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie war 1894 auf Anregung des Physikochemikers und Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald gegründet worden. Den Namen hat die Gesellschaft zu Ehren von Robert Wilhelm Bunsen erhalten, dem Erfinder des nach ihm benannten Bunsenbrenners. Die Bunsen-Gesellschaft fördert auf gemeinnütziger Basis wissenschaftliche sowie technische, anwendungsbezogene Bereiche der physikalischen Chemie und arbeitet eng mit anderen Organisationen wie beispielsweise der Gesellschaft Deutscher Chemiker sowie der Dechema zusammen. Derzeit zählt die Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie international fast 2.000 Mitglieder in Wissenschaft, Forschung und Industrie. Der Sitz der Gesellschaft ist in Frankfurt/Main. 

Preisverleihungen

Im Rahmen der Bunsentagung werden in der Eröffnungsveranstaltung (10. Mai 2002, 8.30 Uhr, Auditorium maximum der Universität Potsdam) zwei hochrangige Preise für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der physikalischen Chemie und eine Auszeichnung zur Wissenschaftshistorik verliehen: der Nernst-Haber-Bodenstein-Preis, die Walther-Nernst-Denkmünze und der Paul-Bunge-Preis. Die Preisverleihung erfolgt durch Dr. Hans-Jürgen Leuchs, Erster Vorsitzender der Bunsen-Gesellschaft und Mitglied der Unternehmensleitung des internationalen Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim.

Die Preisträger:

  • Professor Dr. Dieter M. Kolb, Universität Ulm, erhält die Walther-Nernst-Denkmünze für seine physikalisch-chemischen Untersuchungen zur Struktur der Grenze zwischen Flüssigkeiten und festen Stoffen. Die Ergebnisse seiner Arbeit tragen maßgeblich zum Verständnis elektrochemischer Vorgänge an der Grenzschicht einer Flüssigkeit zu einem Festkörper bei. Außerdem hat sich Dieter M. Kolb wissenschaftlich mit der Produktion von sogenannten Nanostrukturen beschäftigt; dies sind sehr kleine und industriell wichtige Strukturen.
  • Dr. Markus Haase von der Universität Hamburg erhält den Nernst-Haber-Bodenstein-Preis für seine Arbeiten über Kolloide, die eine besondere Anwendung bei Halbleiterpartikeln haben. Durch Zusatz von fremden Ionen erfolgt ein Einsatz bei Farbanzeigen und Leuchtstoffpulvern.
  • Dr. Paolo Brenni von der Universität Florenz wird der Paul-Bunge-Preis verliehen. Dieser Preis für Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente wird gemeinsam von der Bunsengesellschaft und der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) getragenen. Der Instrumentenhistoriker Brenni hat sich in vielfältigen Arbeiten und Publikationen auf dem Gebiet der Restaurationen und Konservierungen wissenschaftlicher Instrumente weltweit einen Namen gemacht.

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Andrea Benthien idw

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