Außergerichtliche Konfliktregelung gestern und heute

Workshop am 10.1.2002

Im Rahmen der von der Volkswagenstiftung geförderten „Untersuchung nicht-gerichtlicher Konfliktbewältigung in der DDR am Beispiel der Arbeit der Schiedskommissionen in Thüringen – ihre Relevanz für den aktuellen Gebrauch“ veranstaltet der Fachbereich Sozialwesen der FH Erfurt einen bundesweiten Workshop mit dem Titel „Konfliktmanagement: gestern und heute“. Der Workshop findet am 10. Januar 2002 am FB Sozialwesen, Altonaer Str. 25 in Erfurt statt.
ExpertInnen und Interessierten sind eingeladen, den von der Volkswagen-Stiftung unterstützten Workshop zu nutzen, um die aktuelle Praxis alternativer Konfliktbearbeitung zu thematisieren und sie gleichzeitig im historischen Kontext zu diskutieren.

Außergerichtliche Konfliktregelung gestern und heute
10. Januar 2002, 10.30- 17.00 Uhr
FH Erfurt, Altonaerstr. 25, Haus 2 Raum 3.1.10

Im November 1999 nahm das Forschungsprojekt „Nicht- gerichtliche Konfliktbewältigung“ am Fachbereich Sozialwesen der FH Erfurt unter Leitung von Prof. Dr. Will seine Arbeit auf. Diese Untersuchung bezieht sich auf nicht-gerichtliche Konfliktbewältigung in der DDR am Beispiel der Arbeit der Schiedskommissionen in Thüringen und fragt nach deren Relevanz für den aktuellen Gebrauch.
Zum Ende des durch die Volkswagen-Stiftung geförderten Projektes stellen wir die Thematik ’alternativer Konfliktbearbeitung’ ins Zentrum eines Workshops. Dabei hoffen wir auf einen intensiven fachlichen Austausch, der insbesondere die Brücke zwischen sozialwissenschaftlichen und juristischen Gesichtspunkten schlägt. Unter diesem Aspekt möchten wir zudem die eigene Untersuchung zur Tätigkeit Thüringer Schiedskommissionen vorstellen und die Ergebnisse diskutieren.
Obschon die Tätigkeit der Schiedskommissionen eine DDR – Typik aufweist, wollen wir die Resultate unserer Analyse im heutigen Bezug diskutieren und praktizierten Modellen alternativen Konfliktmanagements insbesondere der Mediation und der Schiedsverfahren gegenüberstellen. Wir möchten insbesondere der Frage nachgehen, inwieweit die konstitutiven Elemente der Mediation, Freiwilligkeit der Beteiligten, Neutralität der VermittlerInnen und Vermitteln statt Entscheidung, auf der Folie des Schiedskommissions- Konzepts abgebildet werden können?
Wenngleich die Schiedskommissionen im staatstragenden Korsett des DDR (Rechts-) System wirkten, zielten sie doch auch auf die nichtgerichtliche Behandlung der verschiedensten Konflikte im Gemeinwesen. Die Schiedskommission galten als in der Bevölkerung breitgetragene Instanz; ihr Wegfall nach dem Mauerfall ließ ein Vakuum in der Konfliktbehandlung zurück. Es bleibt zu klären, inwieweit heutige mediativ/ schlichtend angelegte Verfahren hier Raum nehmen konnten. Die historischen Bezüge zur Schiedskommissionstätigkeit möchten wir deshalb als kritisch hinterfragten Ausgangspunkt betrachten, ohne ihn vorab und pauschal als undemokratisches Vehikel des ostdeutschen Macht- und Rechtssystem zuqualifizieren.

Programm:

Prof. Dr. Hans Dieter Will, Dipl.-Päd. Christina Erdmenger
„Außergerichtliche Konfliktregelung durch die Schiedskommission der DDR. Forschungsergebnisse als Beitrag zur aktuellen Diskussion der Alternativen zum Recht“

Prof. Dr. Felix Herzog, Humboldt Universität Berlin:
„Konfliktbearbeitung im Spannungsfeld außergerichtlicher und gerichtlicher Verfahren am Beispiel der gesellschaftlichen Gerichte der DDR – Sache des ganzen Volkes?“

LL. M. Ulla Gläßer, Mediationsstelle Frankfurt/Oder
„Mediation als Verfahren gemeinwesenorientierten Konfliktmanagements
-Praxis des Mediationsstelle Frankfurt/Oder-“

Prof. Dr. Annemarie Kuhn, FH Koblenz
„Bedeutung konflikttheoretische Ansätze für die außergerichtliche Konfliktregelung. Die Praxis des TOA und die außergerichtliche Behandlung von strafrechtlich relevanten Konflikten.“

Direktor des Amtsgerichts a. D. Erhard Väth
Vors. Bund Deutscher Schiedsmänner und Frauen (BDS)
„Das Wirken der Schiedsstellen in der außergerichtlicher Regelung
von nachbarschaftlichen Streitfällen.“

Dipl.-Sozpäd. (FH) Ina Bauer, FPM Erfurt/ Pro Familia Erfurt
„Konfliktmanagement an Schulen -Mediation als alternatives Interventionsmodell

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Dieter Will
Dipl.- Päd. Christina Erdmenger
FH Erfurt/ FB Sozialwesen
Altonaerstr. 25, 99085 Erfurt
Tel. 0361/ 6700-554/-636, Fax -533
E-Mail: will@soz.fh-erfurt.de
E-Mail: erdmenger@soz.fh-erfurt.de

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Roland Hahn idw

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