43-Millionen-Projekt für Bremer Meeresforscher

FS "Meteor" im Einsatz vor der brasilianischen Küste

Die DFG hat ein Forschungszentrum Ozeanränder an die Universität Bremen vergeben. Dafür stehen in den kommenden vier Jahren 43 Millionen DM zur Verfügung. Im neuen, maximal 12 Jahre geförderten Forschungszentrum werden sich mehr als 100 Mitarbeiter mit geologischen, biologischen und chemischen Prozessen in küstennahen Flachmeeren befassen.

Die Universität Bremen kann einen Riesenerfolg verbuchen: Gestern entschied die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), ein neu zu schaffendes Meeresforschungszentrum nach Bremen zu vergeben. Dafür stehen in den kommenden vier Jahren mehr als 40 Millionen Mark aus UMTS-Mitteln zur Verfügung. Die damit verbundene Herausforderung: Ein exzellentes Forschungszentrum Ozeanränder zu etablieren, das weltweit konkurrenzfähig ist und eine führende Rolle im Rahmen der großen internationalen Meeresforschungsprogrammen übernimmt. Die maximale Förderungsdauer ist, erfolgreiche Zwischenbegutachtungen nach jeweils vier Jahren vorausgesetzt, auf zwölf Jahre angelegt.

Erst im Oktober 2000 hatte die DFG die Einrichtung neuer Forschungszentren beschlossen. Ende des Jahres lagen 80 Bewerbungen aus 56 Hochschulen vor. Nur sieben Universitäten wurden nach einer Vorauswahl zur Antragstellung aufgefordert. Gestern am frühen Nachmittag dann erhielt Prof. Gerold Wefer die mit großer Spannung erwartete Nachricht aus Berlin, wo derzeit die Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft stattfindet. „Im April haben wir das Großprojekt auf einer DFG-Sitzung in Bonn vorgestellt“, sagt der Bremer Meeresgeologe und designierte Direktor der Zentrums, der gemeinsam mit dem Rektor der Universität, Prof. Jürgen Timm, Antragsteller war. „Die Forschungsgemeinschaft bescheinigt uns hervorragende wissenschaftliche Qualität, nicht nur in Bezug auf unsere bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch in Hinblick auf unseren Antrag. Dies ist sicherlich eine gute Basis, um das Zentrum erfolgreich aufzubauen.“

Das neue Forschungszentrum, in dem mehr als 100 Personalstellen, darunter vier Juniorprofessuren, vorgesehen sind, ist auf die Überganszonen zwischen Ozeanen und Kontinenten ausgerichtet. Die flachen Küstenmeere sind dynamische Systeme, die in vielfältiger Weise die Umwelt- und Lebensbedingungen der Menschen beeinflussen. Hier leben in einem nur wenige Zehnerkilometer schmalen Streifen zwei Drittel der Weltbevölkerung; zudem finden in den küstennahen Meeren 90 Prozent des Weltfischfangs statt. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den Ozeanen und dem Festland sind bisher indes nur unzureichend verstanden. Das Forschungszentrum Ozeanränder, in dem Fachbereiche der Universität, das MARUM Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung, Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie, das Zentrum für Marine Tropenökologie sowie das Forschungsinstitut Senckenberg Wilhelmshaven kooperieren, soll die bestehenden Forschungslücken füllen.

Zu den geplanten Forschungsschwerpunkten, u.a. wird das neue Forschungszentrum den Bau des geplanten Tiefwasserhafens „Jade Weser Port“ bei Wilhelmshaven wissenschaftlich begleiten, findet eine Informationsveranstaltung statt:

Landespressekonferenz
Freitag, 6. Juli, 10.30 Uhr
Rathaus Bremen


Weitere Informationen / Interviews / Bildmaterial:
MARUM Öffentlichkeitsarbeit
Albert Gerdes
Tel. 0421 – 218-77 61
mobil: 0171 – 649 82 26
E-Mail: agerdes@marum.de

Ansprechpartner für Medien

Albert Gerdes idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Kälteschutz für Zellmembranen

Moose und Blütenpflanzen haben gleichartigen Mechanismus auf unterschiedlicher genetischer Grundlage entwickelt Ein Team um die Pflanzenbiologen Prof. Dr. Ralf Reski am Exzellenzcluster Zentrum für Integrative Biologische Signalstudien (CIBSS) der Universität…

Jenaer Forschungsteam erkennt Alzheimer an der Netzhaut

Alzheimer an den Augen erkennen, lange bevor die unheilbare Erkrankung ausbricht: Diesem Ziel ist ein europäisches Forschungsteam unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) einen Schritt näher gekommen. Mithilfe…

Multiple Sklerose – Immunzellen greifen Synapsen der Hirnrinde an

Schädigungen der grauen Hirnsubstanz tragen maßgeblich zur Progression der Multiplen Sklerose bei. Ursache sind Entzündungsreaktionen, die zum Synapsenverlust führen und die Aktivität der Nervenzellen vermindern, wie Neurowissenschaftler zeigen. Multiple Sklerose…

Partner & Förderer