Diagnose und Therapie von Hirntumoren

Fortschritte bei der Diagnostik und Therapie von Hirntumoren stehen im Mittelpunkt der ersten Vortragsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Neuromedizin des Universitätsklinikums (UKM) Münster in diesem Sommersemester. Mit der am Mittwoch, 25. April 2001, um 17.30 Uhr im Hörsaal L 30 im Lehrgebäude des Zentralklinikums beginnenden Veranstaltung blickt die Arbeitsgemeinschaft gleichzeitig zurück auf die von ihr vor zehn Jahren initiierte Sitzungsreihe zu aktuellen Themen aus dem Bereich der Neuromedizin. Ziel dieser seitdem in jedem Semester durchgeführten Vortragsreihe, bei der Experten des UKM bestimmte neuromedizinische Fragen aus unterschiedlicher Fachperspektive beleuchten, ist es, die große Bedeutung der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Medizinern im Bereich der Neuromedizin herauszustellen.

Am Beispiel des Hirntumors soll die Auftaktveranstaltung in diesem Semester vor Augen führen, welche enormen Fortschritte die Neuromedizin in den vergangenen zehn Jahren gemacht hat. So hat beispielsweise die bildgebende Diagnostik mittlerweile eine Qualität und Auflösung erreicht, die es erlaubt, bei Verdacht auf das Vorliegen eines Hirntumors selbst kleinste charakteristische Veränderungen in früher schwer zugänglichen Bereichen des Gehirns exakt abzubilden. Eine wesentliche Zusatzinformation liefert heute die nuklearmedizinische Diagnostik. So kann beispielsweise die Aktivität des Glukosestoffwechsels dargestellt werden, die oft ein Maß für die Aggressivität des Tumors ist. Darüber hinaus kann die Darstellung des Aminosäuretransports unter anderem wertvolle Hinweise geben auf mögliche Tumorneubildungen.

Große Fortschritte wurden in den vergangenen zehn Jahren auch im Bereich der Immunhistochemie und der Molekulargenetik erzielt. Aufgrund dieser rasanten Entwicklungen musste die Klassifikation der Hirntumoren durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dieser Zeit zweimal revidiert werden mit besserer Einschätzung der Prognose und Therapiemöglichkeiten. Weiterentwickelt hat sich in diesen zehn Jahren aber auch die mikroneurochirurgische Operationstechnik: Die moderne Errungenschaft ist hier die so genannte Computernavigation, bei der durch Operationsplanung am PC und Einbindung des Operationsmikroskops in die Navigation ein möglichst schonender Zugang zum Tumor gewählt und gesundes und erkranktes Gewebe klar voneinander abgegrenzt werden kann.

Referenten der Vortragsveranstaltung am 25. April sind Dr. Michael Freund vom Institut für Klinische Radiologie, Dr. Matthias Weckesser von der Klinik für Nuklearmedizin, Dr. Christian Rickert vom Institut für Neuropathologie und Douglas Schildheuer von der Klinik für Neurochirurgie des UKM. Eingeladen sind nicht nur Mitarbeiter und Studierende der Medizinischen Fakultät, sondern insbesondere auch alle interessierten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Raum Münster. In den weiteren Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft Neuromedizin im laufenden Sommersemester geht es am 23. Mai um Fehlbildungen in der kranio-spinalen Achse und am 27. Juni um das aktuelle Thema BSE und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

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Norbert Frie

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