Statistisches Bundesamt: 2003 erhielten 3,3% mehr Menschen "Hilfe in besonderen Lebenslagen"

Im Laufe des Jahres 2003 erhielten rund 1,6 Mill. Menschen „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG). Das waren 3,3% mehr als im Jahr 2002, so das Statistische Bundesamt. Für „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ wandte die öffentliche Hand netto 13,8 Mrd. Euro auf, 5,1% mehr als 2002.

„Hilfe in besonderen Lebenslagen“ erhalten Menschen, die wegen einer besonderen Situation wie etwa Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit Unterstützung brauchen, weil sie die damit verbundenen Kosten nicht selbst oder aus anderweitigen Ansprüchen aufbringen können. 2003 machten die Ausgaben für die „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ 61% der gesamten Sozialhilfeaufwendungen aus, 2002 waren es 60% gewesen. Für die „Hilfe zum Lebensunterhalt“, die zweite Haupthilfeart der Sozialhilfe, wurden 2003 39% der Sozialhilfeausgaben aufgewendet. Dem größten Teil der Empfänger (40%) wurde 2003 Hilfe bei Krankheit gewährt. Danach folgte die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (37%) sowie die Hilfe zur Pflege (20%). Ferner wurden zum Beispiel Hilfen zur Gesundheitsvorsorge gewährt, zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten, zur Weiterführung des Haushalts sowie als Alten- und Blindenhilfe.

Hinsichtlich der drei mit Abstand wichtigsten Arten der „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ ergab sich für 2003 folgendes Bild:

650 000 Menschen erhielten Hilfe bei Krankheit, 4,0% mehr als 2002. In der Regel waren dies Menschen, die keinen ausreichenden Krankenversicherungsschutz besaßen. Das finanzielle Volumen dieser Hilfeart betrug insgesamt 1,5 Mrd. Euro. Der Anteil der Ausländer an den Empfängern lag hier bei 34%, während er bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen 5% und bei der Hilfe zur Pflege 6% betrug.

Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ging an 593 000 Personen; 2,6% mehr als im Vorjahr. Eingliederungshilfe wird insbesondere von jüngeren behinderten Menschen in Anspruch genommen; das Durchschnittsalter der Empfänger betrug knapp 32 Jahre. Hier wurden insgesamt 9,6 Mrd. Euro gezahlt. Hilfe zur Pflege wurde rund 323 000 Personen gewährt, ein Plus von 3,1% gegenüber 2002. 235 000 Empfänger befanden sich in vollstationärer Pflege. Die Empfänger waren im Durchschnitt 73,5 Jahre alt und zu 69% Frauen. Bis zum In-Kraft-Treten des Pflegeversicherungsgesetzes war die Hilfe zur Pflege das wichtigste Instrument zur materiellen Absicherung bei Pflegebedürftigkeit. Auch heute noch sind viele Menschen, die keine oder nicht ausreichende Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, auf sie angewiesen. 2,4 Mrd. Euro wurden für diese Hilfeart aufgewandt.

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Andrea Wolff presseportal

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