Smarte Daten für mehr Gesundheit

Herzstück des E-Health / Telecare-Systems ist ein Smart-TV im Wohnzimmer des Patienten. Das System integriert Erfassung, Darstellung und Auswertung verschiedener Vitalparameter, etwa Gewicht, Aktivität, Blutdruck, Blutzucker, sowie Videotelefonie mit dem Hausarzt oder Verwandten und Freunden.

Zusätzlich ist ein Info-Kanal integriert, über den der Nutzer sich über Gesundheit und chronische Krankheiten informieren kann. Ziel des Systems ist es, insbesondere ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen in ihrem Zuhause besser medizinisch zu betreuen und gleichzeitig die Anzahl der Arztbesuche möglichst gering zu halten.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Deutschland und dem Problem der medizinischen Versorgungsabdeckung insbesondere ländlicher Regionen zeigt das System seine Vorteile. Gerade in dünn besiedelten Gegenden sind Hausbesuche zeitaufwändig und teuer.

Hier würden sowohl Ärzte, Krankenkassen und Patienten gleichermaßen profitieren. Den Patienten ermöglicht das System ein einfaches und effizientes Selbstmanagement des eigenen Gesundheitszustandes. Kurzfristig vereinbarte Videotelefonie-Arzttermine würden die Praxen entlasten und den Patienten lange Anfahrtswege und Wartezeiten ersparen.

Die Datenströme mit Vitaldaten der Patienten können mit Big-Data-Technologien kontinuierlich analysiert werden. So ist es möglich, bei akut auftretenden Problemen, etwa Bluthochdruck oder Unterzuckerung, den Patienten oder einen Arzt darauf hinzuweisen und geeignete Gegenmaßnahmen zu empfehlen. Um falsche Warnmeldungen zu vermeiden, wird bei der Analyse der Datenströme die Datenqualität der gelieferten Sensordaten mit überwacht.

»Es wird immer mehr alte Menschen geben – insbesondere auch in ländlichen Regionen –, die auf medizinische Hilfe angewiesen sind und bei chronischen Erkrankungen unterstützt werden müssen. Unser System ermöglicht eine effiziente aber dennoch persönliche Kommunikation zwischen Arzt und Patient, ja sogar das Einbeziehen von Verwandten, Freunden und Pflegediensten«, so Prof. Dr. Harald Mathis, Leiter der Abteilung für Biomolekulare optische Systeme (BIOMOS) des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT und Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums SYMILA in Hamm-Lippstadt.

Besonderer Wert wird auf die digitale Souveränität der Patienten gelegt. Das System ermöglicht einen kontrollierten Austausch der Daten, bei dem der Dateneigentümer bestimmen kann, wie seine Daten verwendet werden. Ein grundlegender Teil des entwickelten Systems ist eine Plattform für den sicheren Austausch von Daten zwischen den Besitzern der Daten und den einbezogenen Dienstleistern. Eine Weitergabe der Daten an unbefugte Dritte wird damit ausgeschlossen. Am Beispiel der Daten des E-Health / Telecare-Systems wird gezeigt, wie der Datenaustausch zwischen Patienten, Ärzten, Krankenhäusern und weiteren Beteiligten sicher und effizient durchgeführt werden kann.

Die Lösung basiert auf einer für die Fraunhofer-Initiative »Industrial Data Space« entwickelten Architektur. Diese erlaubt den Datenaustausch über gesicherte Verbindungen in Big Data-Umgebungen und ist universell über verschiedene Szenarien und industrielle Anwendungsbereiche hinweg einsetzbar. Grundsätzlich werden dabei die Rechte des Dateneigners über ein Prinzip der ad-hoc Vernetzung geschützt.

Media Contact

Alex Deeg Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Weitere Informationen:

http://www.fit.fraunhofer.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2016

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer