Sicherheit für die vernetzte Industrie

Über ein mobiles Steuergerät (im Vordergrund) kann man sicher mit einem intelligenten Luftfrachtcontainer kommunizieren - ein Anwendungsfall des Industrial Data Space. Kurt Fuchs / Fraunhofer

Daten sicher auszutauschen und einfach zu verknüpfen sind wichtige Voraussetzungen für die digitale Wirtschaft. Auf dem Pressegespräch der Fraunhofer-Gesellschaft am Montag sagte Präsident Prof. Reimund Neugebauer: »Mit dem Industrial Data Space werden intelligente Services, innovative und neue Geschäftsmodelle und -prozesse erst möglich. Transportgüter lassen sich zum Beispiel durchgängig kontrollieren, Produktionsanlagen gemeinschaftlich bewirtschaften oder sensible medizinische Daten besser vernetzt nutzen.«

Die Industrie-Sicht erläuterte Prof. Dr. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG und Senatsvorsitzender der Fraunhofer-Gesellschaft: »Nehmen Sie die Produktion von Stahl in ihren zahlreichen Ausprägungen. Sie ist hoch komplex und erzeugt immense Mengen digitaler Informationen. Diese effizient zu handhaben stellt eine große Herausforderung dar – denn neben der permanenten internen Optimierung bekommt auch der schnelle Datenaustausch mit unseren Kunden einen immer höheren Stellenwert.

Das Konzept des Industrial Data Space ist daher ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Salzgitter AG als kompetenter Partner anspruchsvoller internationaler Kunden.« Der Vorsitzende des Industrial Data Space e.V., Dr. Reinhold Achatz, Chief Technology Officer bei thyssenkrupp, ergänzte: »Ein wesentliches Element der digitalen Transformation der Industrie ist der sichere Datenaustauch zwischen den Unternehmen. Hierdurch entsteht Mehrwert in Form von neuen Produkten, smart Services und neuen, digitalen Geschäftsmodellen. Der Industrial Data Space sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Industrieunternehmen und deren Unabhängigkeit von IT-Unternehmen. Im Verein engagieren sich bereits 18 namhafte Mitglieder, um die Interessen der Anwenderunternehmen zu bündeln und die Standardisierung voranzutreiben. Weitere Mitgliedschaften sind beantragt. Die Organisation ist auch offen für internationale Mitglieder.«

Erstes Anwendungsbeispiel aus der Luftfracht-Logistik

Eines der bislang rund 70 Anwendungsszenarien ist ein intelligenter Luftfrachtcontainer. Vor diesem Exponat hatte Prof. Neugebauer im Vorfeld des Pressegesprächs der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Johanna Wanka, das White Paper mit zentralen Inhalten und Anwendungsfällen des Industrial Data Space sowie Handlungsempfehlungen übergeben.

»Fraunhofer zeigt auf der CeBIT, was in der Logistik möglich wird, wenn die digitalen Daten von vielen Stellen genutzt werden können und dennoch sicher und unverfälscht bleiben. Das ist ein gutes Anwendungsbeispiel für den Nutzen des Industrial Data Space«, so die Ministerin beim Besuch des Fraunhofer-Standes.

Das Exponat zeigt, wie sich Unternehmen und Objekte sicher miteinander vernetzen, um beispielsweise Frachtpapiere zu tauschen, Lieferungen zu überwachen oder Transportwege dynamisch zu organisieren. So kann sich der Container beispielsweise einen neuen Flug buchen, wenn er am Flughafen sein geplantes Transportmittel verpasst und meldet die damit einhergehende Verzögerung umgehend an die anderen involvierten Stellen. So genannte Konnektoren sorgen dafür, dass die jeweiligen Daten ausschließlich an den Empfänger gesendet werden, für den sie bestimmt sind.

Ansprechpartner für Medien

Mandy Kühn Fraunhofer-Gesellschaft

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