Prof. Ensminger erhält Ernst-Derra-Preis

Die chronische Abstoßung mit ihrem Hauptmerkmal der Transplantat-Arteriosklerose ist heutzutage die Hauptkomplikation nach erfolgreicher Herztransplantation. Prof. Ensminger konnte in einem Maus-Experiment eine Lösung des Problems aufzeigen: „Mit zwei zugelassenen und erprobten Medikamenten (Clopidogrel und Everolimus) kann das Hauptkomplikationsrisiko nach Herztransplantationen deutlich reduziert werden. Diese am experimentellen Maus-Modell ermittelten Ergebnisse haben für Patienten eine große Bedeutung, da sie leicht in die klinische Praxis umgesetzt werden können“, sagte Prof. Ensminger.

Prof. Ensminger arbeitet seit 2008 als Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der experimentellen Herzchirurgie am Universitäts-Herzzentrum Erlangen. Bereits im Jahr 2003 habilitierte er sich mit zahlreichen experimentellen Studien auf dem Gebiet der chronischen Abstoßung nach Herztransplantationen. Die Grundlagen für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden in einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an der University of Oxford, England, gelegt, für die Prof. Ensminger auch einen DPhil. der University of Oxford verliehen bekam.

Das Risiko der Abstoßungsreaktion von Herztransplantaten verringern

Das Ziel der ausgezeichneten Arbeit war es, die pathogenetische Rolle der Thrombozyten bei der Ausbildung von Transplantat-Arteriosklerose zu untersuchen. Hierzu wurden abdominale Aortentransplantationen im experimentellen Maus-Modell durchgeführt. In initialen Experimenten konnte gezeigt werden, dass tägliche Behandlung mit Clopidogrel als Monotherapie zu einer signifikanten Reduktion der Transplantat-Arteriosklerose führt. Untersuchungen im peripheren Blut zeigten, dass in dieser Gruppe eine signifikant geringere Expression von P-Selektin sowie löslichem CD40L vorlag. Bei der immunhistologischen Analyse des zellulären Infiltrates der Aortentransplantate zeigte sich eine signifikant geringere Infiltration von Makrophagen und dendritischen Zellen, während die Anzahl der infiltrierenden T-Zellen unverändert blieb. Zusätzlich konnte im Bereich des Endothels der Aortentransplantate eine signifikant verminderte Expression von E- und P-Selektin sowie von ICAM-1 nach Therapie mit Clopidogrel beobachtet werden und im Bereich der Neointima fiel eine signifikante Reduktion der PDGF-ß-Expression auf, einem starken Stimulus für die Proliferation von glatten Muskelzellen. Sämtliche Veränderungen im zellulären Infiltrat der Aortentransplantate wurden zusätzlich molekularbiologisch verifiziert und es zeigte sich eine stark verminderte P/E-Selektin, ICAM-1, PDGF-ß und IL-6 mRNA-Expression in den mit Clopidogrel behandelten Tieren. Aufgrund des fehlenden Effektes von Clopidogrel auf die T-Zell-Infiltration im Aortentransplantat wurde in einer letzten Serie von Experimenten eine Kombination aus einem m-TOR Inhibitor (Everolimus) und Clopidogrel verabreicht. Hier zeigte sich eine fast vollständige Reduktion der Transplantat-Arteriosklerose in den entsprechend behandelten Empfängern.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Stephan Ensminger
Tel.: 09131/85-33590
stephan.ensminger@uk-erlangen.de

Media Contact

Sandra Kurze idw

Weitere Informationen:

http://www.uk-erlangen.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die…

Mehr als Muskelschwund

Forschungsnetzwerk SMABEYOND untersucht Auswirkungen der Spinalen Muskelatrophie auf Organe Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erblich bedingte neurodegenerative Erkrankung. Dabei gehen die motorischen Nervenzellen im Rückenmark und im Hirnstamm allmählich zugrunde,…

Molekulare Bremse für das Wurzelwachstum

Die dynamische Änderung des Wurzelwachstums von Pflanzen ist wichtig für ihre Anpassung an Bodenbedingungen. Nährstoffe oder Feuchtigkeit können je nach Standort in höheren oder tieferen Bodenschichten vorkommen. Daher ist je…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close