Eiichiro Komatsu und Kollegen erhalten Gruber Kosmologie-Preis 2012

Als Mitglied des WMAP-Teams und Erstautor der Artikel, die die kosmologische Interpretation der WMAP-Datensätze aus den ersten fünf bzw. sieben Jahren präsentierten, spielte der neue MPA-Direktor Eiichiro Komatsu eine wichtige Rolle beim Erfolg der WMAP-Mission. Der $500,000 dotierte Gruber Kosmologie-Preis geht damit zum dritten Mal an einen MPA-Wissenschaftler, nach Rashid Sunyaev 2003 und Simon White 2011.

WMAP ist eine Satellitenmission der NASA, die 2001 in eine Umlaufbahn um den zweiten Lagrange-Punkt des Erde-Sonne-Systems gestartet wurde. (Dieser Punkt befindet sich jenseits der Umlaufbahn des Mondes, von der Erde aus gesehen diametral entgegengesetzt zur Sonne.) Der WMAP-Satellit erstellte eine vollständige Himmelskarte der nahezu gleichförmigen kosmischen Hintergrundstrahlung (CMB vom englischen Cosmic Microwave Background) und lieferte so ein Bild der winzigen Temperaturschwankungen, die kleinste Dichteschwankungen widerspiegeln. Diese Strukturen sind in dem Zeitpunkt gesehen, zu dem das gesamte Universum nur 400,000 Jahre alt war, lange bevor sich irgendwelche Sterne oder Galaxien gebildet hatten.

Die neueste Analyse der WMAP-Daten ergab – in einer Veröffentlichung mit Komatsu als Erstautor – dass das Universum:

auf 1 Prozent genau 13,75 Milliarden Jahre alt ist;

aus 22,7 Prozent dunkler Materie, 72,8 Prozent dunkler Energie, und nur 4,6 Prozent „gewöhnlicher“ Materie besteht;

in der ersten Billionstel Billionstel Billionstel Sekunde seiner Existenz anscheinend eine „Inflationsphase“ durchlaufen hat, so wie es von vielen Theoretikern vorhergesagt wurde;

innerhalb von 0,6 Prozent eine flache Geometrie besitzt.

Diese Ergebnisse sind derart präzise, dass die WMAP-Version des Universums inzwischen allgemein als das kosmologische Standardmodell bekannt ist.

Charles Bennett war der wissenschaftliche Projektleiter der Mission und Eiichiro Komatsu war als Team-Mitglied insbesondere mit der physikalischen Deutung der beobachteten Strukturen beauftragt. Seit 2010 sammelt WMAP inzwischen keine Daten mehr, aber im Sommer 2009 wurde bereits eine Nachfolgemission gestartet: Der Planck-Satellit vermisst die Temperaturschwankungen des CMB mit noch höherer Genauigkeit als WMAP. Das Max-Planck-Institut für Astrophysik entwickelte wichtige Software-Komponenten für Planck und ist maßgeblich an der wissenschaftlichen Interpretation der Missionsdaten beteiligt.

Links:

Originalveröffentlichung:
Seven-Year Wilkinson Microwave Anisotropy Probe (WMAP) Observations: Cosmological Interpretation

Komatsu, E., et.al., 2011, ApJS, 192, 18

Kontakt:
Dr. Hannelore Hämmerle
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching
Tel. +49 89 30000-3980
E-mail: [email protected]
Für mehr Informationen zum Gruber-Preis wenden Sie sich bitte an
A. Sarah Hreha
Tel: +1 (212) 247-8484.
E-mail: [email protected]

Ansprechpartner für Medien

Dr. Hannelore Hämmerle Max-Planck-Institut

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