Dr. Leopold Lucas-Preis 2010 geht an Peter L. Berger

Gleichzeitig möchte ich die Pressevertreter auch zum Pressegespräch mit Peter L. Berger einladen. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter L. Berger und Prof. Dr. Friedrich Schweitzer, der Dekan der den Preis im Namen der Universität Tübingen verleihenden Evangelisch-theologischen Fakultät, würden sich freuen, Sie

am Dienstag, dem 11. Mai, um 10.00 Uhr,

im Sitzungszimmer 206 des Dekanats der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen, Liebermeisterstr. 12, 2. Stock,

begrüßen zu dürfen.

Bitte geben Sie Bescheid, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen.
Myriam Hönig
Peter L. Berger wurde 1929 in Wien geboren und lebt seit 1946 in den USA. Er gehört zu den weltweit führenden Vertretern seines Faches. Seinen Weltruhm begründete besonders das gemeinsam mit Thomas Luckmann verfasste Werk „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“, das 1966 in den USA erschien. Seit fast 40 Jahren beschäftigt sich Berger darüber hinaus mit Problemen der politischen Ethik im globalen Zusammenhang. Seit 1985 ist er Direktor des Instituts für Kultur, Religion und Globale Herausforderungen in Boston. Das wichtigste Arbeits- und Forschungsfeld Bergers stellt die Religionssoziologie dar, die er im Horizont einer allgemeinen Kultur- und Gesellschaftstheorie verankert. Die religiöse Gegenwartssituation kennzeichnet er mit dem Begriff des „häretischen Imperativs“. Demnach gibt es keine fraglose Akzeptanz religiöser Überzeugungen mehr, sondern nur noch Verhältnisse einer bewussten Auswahlentscheidung. Pluralistische Entwicklungen betreffen in der modernen Gesellschaft aber nicht nur die Religion, sondern alle Gewissheiten, was zu dem von Berger beschriebenen „Unbehagen in der Modernität“ führt.

Der Dr. Leopold Lucas-Preis würdigt alljährlich hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Theologie, der Geistesgeschichte, der Geschichtsforschung und der Philosophie. Er ehrt dabei insbesondere Persönlichkeiten, die zur Förderung der Beziehungen zwischen Menschen und Völkern wesentlich beigetragen und sich durch Veröffentlichungen um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören namhafte Wissenschaftler wie Karl Rahner, Paul Ricoeur, Raimund Popper, Michael Walzer, Michael Theunissen und Bischof Eduard Lohse, Repräsentanten des religiösen Lebens wie Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, oder der polnische Erzbischof Henryk Muszynski, sowie der Kultur und Politik wie Léopold Sédor Senghor, der frühere senegalesische Staatspräsident, und Richard von Weizsäcker. Preisträgerin des letzten Jahres war Karen Armstrong.

Die Auszeichnung wurde 1972 von dem am 9. Juli 1998 verstorbenen Generalkonsul Franz D. Lucas, ehemals Ehrensenator der Eberhard Karls Universität Tübingen, zum 100. Geburtstag seines in Theresienstadt umgekommen Vaters, des jüdischen Gelehrten und Rabbiners Dr. Leopold Lucas gestiftet. Die Evangelisch-theologische Fakultät vergibt den Preis alljährlich im Namen der Universität Tübingen.

Eberhard Karls Universität Tübingen
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