Große Schritte in der Nanowelt

Der Erwin Schrödinger-Preis für interdisziplinäre Forschung wird am Dienstag, 7. Dezember 2004, von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren im Rahmen ihrer Jahrestagung in Brüssel vergeben. In diesem Jahr zeichnet die Jury zwei Physiker und zwei Chemiker aus dem Forschungszentrum Karlsruhe für ihre exzellenten Leistungen in der Nanotechnologie aus. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Das Karlsruher Team, Frank Hennrich, Ralph Krupke, Marcel Mayor und Heiko Weber entwickelte ein dringend gesuchtes Verfahren für die Trennung von winzigen Nanoröhren aus Kohlenstoff. Dabei gelang es ihnen, den elektrischen Strom durch einzelne Moleküle zu vermessen. Solche Nanoröhren weisen je nach Anordnung ihrer Atome unterschiedliche elektrische Eigenschaften auf. Als feinste Drähte sollen sie einmal in winzige Nano-Schaltkreise im Millionstel-Millimeter-Maßstab eingebaut werden. Darüber hinaus entwickelten die Wissenschaftler kleinste Schalter. Beide Bauteile werden für eine künftige Nano-Elektronik benötigt und könnten in winzigen Chips wie etwa in Computern, Satelliten- oder medizinischen Geräten Anwendung finden.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft erbringen wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere durch die Erforschung von Systemen hoher Komplexität.

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