Akademie der Geowissenschaften zu Hannover: Erster bundesweiter Wettbewerb für Geotope gestartet

Urpferdchen, 49 Millionen Jahre alt. Gefunden in der Grube Messel, des bis heute einzigen deutschen UNESCO Weltnaturerbes. Akademie der Geowissenschaften sucht jetzt erstmalig in einem bundesweiten Wettbewerb nach den bedeutendsten Geotopen

In einem breit angelegten Wettbewerb sucht die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover nach bedeutenden Geotopen in ganz Deutschland. Mitmachen kann jeder, ab sofort und noch bis zum 31. März 2005. Alle eingegangenen Vorschläge werden geprüft und bei entsprechender Bewertung in einer „Liste der bedeutendsten Geotope“ in Deutschland erfasst. „Mit dieser Liste sollen erstmalig in Deutschland systematisch geologisch wertvolle Landschaften erfasst werden und ein Prädikat er-halten“, so Professor Dr. Ernst-Rüdiger Look, Geschäftsführer der Akademie der Geowissenschaften und Koordinator des Wettbewerbs.

1996 wurde die Grube Messel bei Darmstadt als erstes deutsches Weltnaturerbe in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. In dieser Liste hat die UNESCO weltweit geologisch bedeutsame Landschaften erfasst und damit unter internationalen Schutz gestellt. Bis heute ist die Grube Messel das einzige Geotop, das diese Auszeichnung in Deutschland bekommen hat. In der UNESCO Liste der Weltkulturerbe sind dagegen zur Zeit 26 deutsche Kulturdenkmäler erfasst. „Mit unserem Wettbewerb wollen wir dieser Schieflage entgegenwirken“, so Diplom-Geograph Dietmar Glitz, Staatssekretär a. D. und Vorsitzender der Jury des Wettbewerbs. Die in der Liste der bedeutendsten Geotope erfassten Einzelgeotope, Geotop-Ensembles oder -Landschaften können nach erfolgreicher internationaler Prüfung und Selektion als Weltnaturerbe der UNESCO ausgezeichnet werden.

Die Jury des Wettbewerbs ist entsprechend hochkarätig besetzt: Neben Mitgliedern der Akademie der Geowissen-schaften sowie verschiedener Universitäten sind die Staat-lichen Geologischen Dienste der Bundesländer ebenso in-volviert, wie Vertreter der Industrie und der UNESCO. Teil-nahmeformulare und Wettbewerbskriterien können unter www.geoakademie.de herunter geladen werden. „Wichtig ist uns, dass wirklich jeder geologisch interessierte Bürger teilnehmen kann“, so Professor Look, „das Formular ist einfach auszufüllen, bei der fachgerechten Formulierung helfen bei Bedarf die Mitglieder der Jury“.

Im Gegensatz zu Biotopen, die Pflanzen und Tiere in den Mittelpunkt stellen, umfassen Geotope den unbelebten Teil der Natur. Die Akademie der Geowissenschaften beschreibt Geotope als: „Zeugen der Entwicklung der Erde und des Lebens auf ihr. Sie umfassen natürliche und künstliche Freilegungen von Gesteinen, Lockerablagerungen und Fossilienfundstellen sowie Landschaftsformen. Geotop-Ensembles sind eine Anordnung von mehreren Geotopen, die zueinander in enger räumlicher und genetischer Beziehung stehen. Sie müssen geeignet sein, erdgeschichtliche, geologische oder landschaftsgeschichtliche Entwicklungen – auch im internationalen Vergleich – besonders deutlich zu machen oder in ihrem Formenschatz besonders auffällig sein.“

Ansprechpartner für Medien

Sylvia Neidhardt idw

Weitere Informationen:

http://www.geoakademie.de

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