Max-Planck-Wissenschaftler holen drei der acht begehrten "Career Development Awards 2003"

Frank Bradke, Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Martinsried, Jan U. Lohmann, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen sowie Olaf Stemmann, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, haben sich in diesem Jahr unter den zahlreichen Bewerbern um die mit bis zu 180.000 US-Dollar dotierten „Career Development Awards“ des Human Frontier Science Program erfolgreich durchgesetzt.

Zu den weiteren Preisträgern gehören je ein Wissenschaftler aus Belgien, Dänemark, Japan, Korea und China. Die „Career Development Awards“ genießen international eine hohe Reputation unter Wissenschaftlern und öffnen den Stipendiaten die Tür zu den besten Labors. „HFSP ist der Nährboden, auf dem die zukünftigen Stars der internationalen Wissenschaftsszene heranwachsen“, so HFSP-Generalsekretär Torsten Wiesel.

Im Jahre 1989 auf Initiative Japans gegründet, fördert die HFSP, Human Frontiers Science Program Organisation Grundlagenforschung zur Aufklärung komplexer biologischer Mechanismen. Diese reichen von biologischen Funktionen auf molekularer Ebene bis hin zu höheren Hirnfunktionen. Mitglieder der Organisation sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Schweiz, die USA sowie die Europäische Kommission. Zur Finanzierung dieses weltweit sehr angesehenen Programms zur Förderung der interkontinentalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit stehen jährlich etwa 60 Millionen US-$ zur Verfügung.

Ein Hauptanliegen der HFSP-Organisation ist die Förderung neuartiger interdisziplinärer Forschungsprojekte in den Biowissenschaften in Länder und Kontinente überschreitender Kooperation. HFSP fördert hierbei auch die Einbeziehung anderer Fachdisziplinen, wie Chemie, Physik, Mathematik, Informatik und Ingenieurwissenschaften, da neue Ideen und Methoden häufig an den Grenzen bestehender Disziplinen entwickelt werden.

Besonderes Gewicht wird auf die Förderung von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern gelegt, die sich noch am Anfang ihrer Karriere befinden. Dafür stehen verschiedene Forschungsstipendien (Long-Term-Fellowships; Short-Term-Fellowships) zur Verfügung. Darüber hinaus können sich Langzeitstipendiaten nach Abschluss ihres Auslandsaufenthaltes um spezielle „Career Development Awards“ bewerben, mit denen sie sich in einem Zeitraum von 2 bis 3 Jahren eine unabhängige wissenschaftliche Existenz in ihrem Heimatland aufbauen können. Die Förderung umfasst jährlich 40.000 US-$ für Personal und 50.000 US-$ für Forschungsausgaben.

„HFSP bietet jungen Wissenschaftlern in den Biowissenschaften ideale Möglichkeiten, mit anderen Forschergruppen auf der ganzen Welt Kontakte zu knüpfen“, sagt Prof. Detlef Weigel, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, in dessen Labor einer der deutschen Preisträger als Gruppenleiter arbeitet. „Zudem ist es für junge Wissenschaftler auf ihrem Karriereweg eine wichtige Auszeichnung, mit einem HFSP-Stipendium bedacht zu werden.“ Die ausgezeichneten Erfahrungen, die mit dem HFSP auch in Deutschland gemacht werden, lassen sich nach seinen Worten mit folgenden Stichworten zusammenfassen: hohe Qualität der Forschung, weltweite Zusammenarbeit, effiziente Administration.

Die stetig steigende Anzahl an eingereichten Anträgen zeugt vom Erfolg dieses Programms. Zudem lässt die Grundlagenforschung auf den vom HFSP geförderten zukunftsträchtigen Gebieten längerfristig bedeutende Impulse für die Anwendung erwarten, beispielsweise auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Robotik sowie bei der Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Andreas Trepte idw

Weitere Informationen:

http://www.hfsp.org

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