Bau der ESS weiterhin Ziel für die Neutronenforschung

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, hat heute in Berlin ihr Konzept für Großgeräte in der Grundlagenforschung vorgestellt.

Danach gehört die Europäische Spallations-Neutronenquelle (engl.: „European Spallation Source“, ESS) nicht zum Kreis der Großgeräte, die von der Ministerin als derzeit förderungswürdig entschieden wurden. Prof. Dr. Joachim Treusch und Prof. Dr. Richard Wagner nehmen dazu wie folgt Stellung:

Wir bedauern es außerordentlich, dass die ESS nicht zum Kreise der Großgeräte gehört, die heute von Bundesministerin Bulmahn als derzeit förderungswürdig entschieden wurden. Andererseits finden wir es gut, dass die Tür nicht endgültig zugeschlagen ist. Wir sind überzeugt, dass zur Wahrung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung Europa mit einer Spallations-Neutronenquelle nachziehen muss. In dieser Überzeugung sind wir einig mit der Stellungnahme des Bundesforschungsministeriums (BMBF) vor dem Europäischen Strategieforum für wissenschaftliche Infrastruktur vom 16. Januar 2003. Nur so kann Europa seine jahrzehntelang behauptete Vorrangposition in diesem Feld gegenüber Japan und USA sichern. Deren Spallationsquellen stehen – basierend auch auf europäischen und Jülicher Planungen – dicht vor der Vollendung.

Bemerkenswert und ermutigend ist es, dass das Land Nordrhein-Westfalen fest zu seiner Zusage steht, mit 150 Mio. Euro, d.h. 10 % der Investitionssumme, zur Realisierung der ESS am Standort Jülich beizutragen.

Auch bei der erhofften Inbetriebnahme des Münchner Reaktors FRM II wird die Dynamik der Nachfrage nach Neutronen die ESS als Quelle der Zukunft erfordern. Wir hoffen, dass die Finanzsituation nicht nur der Bundesrepublik, sondern auch der großen europäischen Partner dem in absehbarer Zeit Rechnung tragen kann. Wir selbst bleiben als kompetente Partner im europäischen und auch im internationalen Dialog, sowohl was die weitere Planung der ESS als auch was die instrumentelle Optimierung der im Bau befindlichen Spallationsquellen in USA und Japan angeht.

Das Forschungszentrum Jülich, das erhebliche Ressourcen für die Entwicklungsarbeiten an der ESS aufgewendet hat und damit wesentliche Fortschritte erzielen konnte, wird diese Ergebnisse bis zum Jahresende dokumentieren.

Ziel ist nun, den Bau der ESS mittelfristig auf der politischen Tagesordnung zu halten, um die Möglichkeit, die europäische Führung auf dem Gebiet der Neutronenforschung zu behalten, nicht ungenutzt verstreichen zu lassen und die ESS in Zeiten besserer Haushaltslage langfristig doch noch realisieren zu können.

Ansprechpartner für Medien

Peter Schäfer Forschungszentrums Juelich

Weitere Informationen:

http://www.fz-juelich.de

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