Sechs Millionen Mark für zwei Würzburger Nachwuchsforscher

Fritz-Olaf Lehmann vor seinem Flugsimulator

Millionenschwer sind die Preise, die Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn am Montag abend, 21. Mai, in Hamburg vergab: Sie zeichnete die Gewinner des bundesweiten Bio-Future-Wettbewerbs aus. Besonders erfolgreich schnitt das Biozentrum der Universität Würzburg ab, das gleich zwei der sechs Preisträger stellt.

Die Würzburger Sieger in diesem Wettbewerb sind der Zoologe Fritz-Olaf Lehmann (39) und der Biologe Jean-Nicolas Volff (35). Sie erhalten jeweils drei Millionen Mark und werden mit dem Preisgeld ihre eigenen wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen am Biozentrum aufbauen.

Jean-Nicolas Volff stammt aus Versailles und ist seit 1997 an der Uni Würzburg tätig. Er untersucht, welche Gene bei Fischen für die Bestimmung des Geschlechts wichtig sind. Wie und warum sich aus einer Fischlarve ein Männchen oder ein Weibchen entwickelt, ist eine zum Beispiel für die Fischzucht wichtige Frage: Bei den meisten Speisefischen, etwa bei Forellen und Flussbarschen, eignet sich jeweils nur ein Geschlecht für die Zucht.

Volff will unter anderem molekularbiologische Tests entwickeln, mit denen sich das Geschlecht bei wirtschaftlich wichtigen Fischarten schon in frühen Entwicklungsstadien bestimmen lässt. Für seine Forschungen verwendet er den Aquarienfisch Xiphophorus sowie Karpfen, Steinbutt, Tilapia (eine Buntbarsch-Art) und Meerbrasse.

Fritz-Olaf Lehmann kommt aus Büderich bei Düsseldorf und arbeitet seit 1997 in Würzburg. Was ihn als Forscher fasziniert, ist der Insektenflug: Er untersucht die im Vergleich zu Flugzeugtragflächen deutlich höhere Leistungsfähigkeit von Insektenflügeln sowie die mechanische Effektivität der Flugmuskulatur.

Lehmann arbeitet mit Insekten, die er entweder frei oder in einem Flugsimulator umherschwirren lässt, um ihre Flugleistung und -stabilität sowie ihr Manövriervermögen zu beschreiben. Seine Ergebnisse sollen als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines „naturnahen“, autonom fliegenden Kleinroboters dienen. Solche Roboter könnte man in der Zukunft zur Erforschung und Überwachung von Orten einsetzen, die für den Menschen unzugänglich oder gefährlich sind.

Die anderen vier Preisträger kommen aus Braunschweig, Gießen, München und Marburg. Mit dem Bio-Future-Wettbewerb will das Bundesministerium für Bildung und Forschung wissenschaftliche Nachwuchsgruppen im Bereich der Lebenswissenschaften fördern.

Kontakt: Dr. Jean-Nicolas Volff, Lehrstuhl für Physiologische Chemie I, T (0931) 888-4165, Fax (0931) 888-4150, E-Mail:
[email protected]

Dr. Fritz-Olaf Lehmann, Lehrstuhl für Zoologie II (Verhaltensphysiologie und Soziobiologie), T (0931) 888-4320, Fax (0931) 888-4309, E-Mail:
[email protected]

Ansprechpartner für Medien

Robert Emmerich idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Besser kleben im Leichtbau

Projekt GOHybrid optimiert Hybridverbindungen Leichtbau ist in der Mobilitätsbranche essentiell. Im Zuge der Mischbauweise mit Leichtmetallen und Faser-Kunststoff-Verbunden rücken hybride Klebverbindungen in den Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Materialien…

Benchmark für Einzelelektronenschaltkreise

Neues Analyseverfahren für eine abstrakte und universelle Beschreibung der Genauigkeit von Quantenschaltkreisen (Gemeinsame Presseinformation mit der Universität Lettland) Die Manipulation einzelner Elektronen mit dem Ziel, Quanteneffekte nutzbar zu machen, verspricht…

Solarer Wasserstoff: Photoanoden aus α-SnWO4 versprechen hohe Wirkungsgrade

Photoanoden aus Metalloxiden gelten als praktikable Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff mit Sonnenlicht. So besitzt α-SnWO4 optimale elektronische Eigenschaften für die photoelektrochemische Wasserspaltung, korrodiert jedoch rasch. Schutzschichten aus Nickeloxid…

Partner & Förderer