1,8 Millionen für Forschungszentrum ESI

Eingebettete Systeme (engl.: embedded systems) sind in viele Produkte des täglichen Lebens – in PKWs, Haushaltsgeräte, Telefone oder MP3-Player – integriert und haben dort Steuer-, Regel- und informationsverarbeitende Funktionen. Sie sind an ganz bestimmte Aufgaben angepasst und müssen spezielle Anforderungen an Größe, Kosten und Energieverbrauch erfüllen.

„Der Entwicklungsaufwand für diese Systeme ist sehr groß“, sagt Dr. Torsten Klie, Geschäftsführer des Interdisziplinären Zentrums für Eingebettete Systeme an der FAU. „Entscheidend für den Erfolg ist eine perfekte Abstimmung zwischen Grundlagenforschung und Produktentwicklung.“

Der gezielte Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie ist deshalb eines der wichtigsten Ziele der Embedded Systems Initiative. Industriepartner sollen langfristig an das Zentrum gebunden werden, um Forschungsthemen gemeinsam mit der Universität und dem Fraunhofer-Institut zu bearbeiten. „Wir waren in den vergangenen drei Jahren sehr erfolgreich und freuen uns deshalb, dass unsere Projekte weiter gefördert werden“, erklärt Torsten Klie.

Im ESI-Anwendungszentrum kann das komplette Paket von der Grundlagenforschung bis zur Produktionsreife von elektronischen Systemen bearbeitet werden. Ein Beispiel für die Innovationskraft der ESI ist die Entwicklung einer miniaturisierten Kamera mit integriertem Funksender am Fraunhofer IIS. Solche Kameras könnten vor allem dort zum Einsatz kommen, wo die direkte Beobachtung für Menschen zu gefährlich ist – beispielsweise in toxischen Umgebungen, bei Umweltkatastrophen oder bei Vulkanausbrüchen. „Eine solche Miniatur-Kamera, die Daten in hoher Qualität per Funk überträgt, ist auf dem Markt jedoch nicht verfügbar“, sagt Torsten Klie. „Das ESI-Anwendungszentrum hat dafür die Funkschnittstelle entwickelt, und die Technik ist produktionsreif. Das ist ein großer Erfolg für uns.“

ESI und ESI-Anwendungszentrum
Das im September 2007 an der FAU gegründete Interdisziplinäre Zentrum für Eingebettete Systeme (ESI) hat sich die fächerübergreifende Koordination und Organisation der Forschung, Lehre und Weiterbildung im Bereich Eingebetteter Systeme zum Ziel gesetzt. Die 19 Mitglieder von 15 Lehrstühlen aus fünf verschiedenen Departments (Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Medizin und Wirtschaftswissenschaften) bringen ihre unterschiedliche Sichtweise und Expertise in gemeinsame Projekte ein. 2009 nahm das ESI-Anwendungszentrum am Fraunhofer IIS im Nordostpark seine Arbeit auf. Aufgabe des Zentrums ist es, neue innovative Produkte für industrielle Anwender zu entwickeln. In den vergangenen drei Jahren erhielt das Interdisziplinäre Zentrum ESI zehn Aufträge aus der Industrie. Derzeit laufen im Interdisziplinären Zentrum ESI und im ESI-Anwenderzentrum außerdem zwölf Pilotprojekte, die mit einem Gesamtvolumen von 4,8 Millionen Euro gefördert werden.

Für Rückfragen:

Dr. Torsten Klie
Tel.: 09131/85-25151
klie@esi.uni-erlangen.de

Media Contact

Blandina Mangelkramer idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-erlangen.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Die Zell-Eisenbahn – Computersimulationen erklären Zellbewegungen

Man blickt unter das Mikroskop: Eine Gruppe von Zellen bewegt sich langsam voran, hintereinander wie ein Zug über die Gleise. Dabei navigieren die Zellen durch komplexe Umgebungen. Wie sie das…

Wie Künstliche Intelligenz Maschinenstillstände verringert

Instandhaltung: Intelligente Algorithmen erkennen Fehler und Verschleißerscheinungen und die Smart Watch verrät dem Maschinenbediener, wie er die Störungen beheben kann: Ein Forschungsteam vom Fraunhofer IPA hat zusammen mit Partnern aus…

Neuartiges Krebs-Therapeutikum

… mit Komponenten aus der Grundlagenforschung am FMP geht in klinische Phase. Wegweisende Innovationen von Forschenden des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) lieferten die Basis für die Entwicklung eines Antikörper-Wirkstoff-Konjugats…

Partner & Förderer