Neues Bioinformatikzentrum in Köln

Einzigartige Weiterbildungsmöglichkeit für Wissenschaftler

Zum Sommersemester 2002 wird das bestehende Weiterbildungsangebot für Nachwuchswissenschaftler an der Universität zu Köln durch einen einjährigen Bioinformatikkurs für graduierte Naturwissenschaftler, Informatiker und Mathematiker erweitert. Der Kurs findet am neugegründeten Cologne University Bio-Informatics Center (CUBIC) statt, dessen Aufbau als eines der neuen Bioinformatik-Kompetenzzentren durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. An dem neuen Zentrum sind das Institut für Biochemie, das Institut für Genetik, das Institut für Informatik und das Institut für Mathematik der Universität zu Köln beteiligt.

Die Kursteilnehmer sollen dazu befähigt werden, Bioinformatik-Methoden im Bereich der biowissenschaftlichen Grundlagenforschung, in der Biotechnologie, Medizin und Pharmazie zu entwickeln und für Forschungsprojekte anzuwenden. Dazu wird ein biologischer Forschungsansatz entwickelt und unterstützt, der auf der parallelen Analyse von experimentell ermittelten Genom-, Transkriptions-, Proteom-, Struktur-, Funktions- und Metabolomdaten basiert. Dadurch wird eine enge Verbindung zwischen der genetischen Potenz der Zelle, der Stoffwechselwege in der Zelle und dem äußeren Erscheinungsbild des ganzen Organismus erstellt, der z. B. an einer metabolischen oder anderen Krankheit leidet. Dies wird einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung und Integration bioinformatischer Konzepte und Werkzeuge darstellen, wird völlig neue Felder der biologischen Forschung ermöglichen und die Weiterentwicklung von Computer-Methoden für Wirkstoff-Screening und Medikamenten-Design weiter vorantreiben. Hierbei werden neue Methoden für die Simulation von biochemischen Funktionen, insbesondere die Simulation metabolischer Pfade entwickelt, Transportmechanismen und metabolisch/regulatorische Netzwerke simuliert mit dem letztendlichen Ziel, ganze Zellen zu simulieren.

Da qualifizierte Wissenschaftler auf diesem Gebiet extrem selten sind, bietet CUBIC einen einjährigen Bioinformatik-Kurs, der stark vom traditionellen Universitätslehrplan abweicht. Der Kurs beinhaltet drei Ausbildungsabschnitte, einen Intensivkurs, in dem Grundlagen der Biowissenschaften, Informatik und Mathematik vermittelt werden, sowie eine sich anschließende Lehrveranstaltung, deren Ziel es ist, den Teilnehmern die selbständige Anwendung und Entwicklung von Bioinformatik-Werkzeugen zu ermöglichen. Der dritte Teil wird ein Projekt darstellen, in dem die Methoden angewandt werden. Die Durchführung erfolgt wahlweise in einer Universitätsgruppe oder in der regionalen Industrie. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Kurse, werden die Lehrveranstaltungen in englischer Sprache abgehalten. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Diplom, Master- oder Bachelorgrad in einer Naturwissenschaft oder in Mathematik oder Informatik. Für die Dauer der Ausbildung werden für besonders qualifizierte Bewerber Stipendien angeboten.

Media Contact

Gabriele Rutzen idw

Weitere Informationen:

http://www.cubic.uni-koeln.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Damit weisse Blutkörperchen kein Burnout erleiden

Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Forschungsgruppe hat ein Gen identifiziert, welches T-Lymphozyten in die Erschöpfung treibt. Dies schafft neue Ansatzpunkte für wirksamere Immuntherapien. Wer einen schweren Kampf vor sich hat,…

HENSOLDT und Fraunhofer arbeiten gemeinsam an Weltraumüberwachungsradar

Lizenzen zur Serienreifmachung von GESTRA vergeben Der Sensorspezialist HENSOLDT hat eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR vereinbart, mit dem Ziel, den Technologiedemonstrator GESTRA (German Experimental Space…

Werkstoffe für die Wasserstoffwirtschaft

BAM koordiniert Projekt zu schnellerem Prüfverfahren für Metalle. Metallische Werkstoffe werden in einer künftigen Wasserstoffwirtschaft für Pipelines und andere zentrale Infrastrukturen benötigt. Bisher sind die Prüfverfahren, mit denen ihre Eignung…

Partner & Förderer