Strukturen für eine bessere Promotionsausbildung

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren hat jetzt über die Förderung von drei Helmholtz-Kollegs entschieden. In diesen erhalten Doktorandinnen und Doktoranden eine strukturierte Ausbildung, die sie für eine Karriere in Wissenschaft und Wirtschaft qualifiziert. Ausgewählt wurden gemeinsame Anträge von Helmholtz-Zentren und Hochschulen in den Gebieten Biophysik, Infektionsbiologie sowie Kern- und Hadronenphysik. Die Kollegs werden mit je 1,8 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten gefördert.

„Doktorandinnen und Doktoranden sind unverzichtbar für unsere Forschung. Mit den Helmholtz-Kollegs wollen wir ihre Ausbildung systematisch verbessern. Dazu gehört eine optimale Betreuung ebenso wie die Einbindung in übergreifende Fragestellungen in einem wissenschaftlich anspruchsvollen Umfeld“, so Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Wir wollen zudem ergänzende Fertigkeiten in der Organisation, Steuerung und Qualitätssicherung vermitteln. Beides – fachliche Ausbildung und ergänzendes Training – bereiten auf den weiteren Berufsweg in Wissenschaft und Wirtschaft vor.

Pro Jahrgang kann ein Kolleg bis zu 25 Teilnehmer aus dem In- und Ausland aufnehmen, insgesamt ist eine Förderdauer von sechs Jahren für zwei Doktoranden-Generationen vorgesehen. Das Promotionsrecht liegt beim Hochschulpartner. Mit den Kollegs werden das Nachwuchsförderprogramm der Helmholtz-Gemeinschaft und die Vernetzung mit den Hochschulen weiter ausgebaut. Das Konzept beruht auf einem Rahmenabkommen zwischen Helmholtz-Gemeinschaft und Hochschulrektorenkonferenz.

Von den neun Bewerbungen wurden folgende Themen ausgewählt:

Helmholtz-Kolleg „BioSoft“ vom Forschungszentrum Jülich und den Partnern Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Universität zu Köln. Angesichts völlig neuer Forschungsgebiete an der Schnittstelle von Physik und Biologie will das Kolleg seine Doktoranden mit einem interdisziplinären Studienplan auf die Erforschung komplexer biologischer Systeme vorbereiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Forschungsthemen, die von der Wechselwirkung komplexer Ma-kromoleküle bis zur Funktion der gesamten Zelle reichen. Dabei werden spezialisierte Kenntnisse aus den Forschungsgebieten Biophysik und Physik der Weichen Materie (Soft Matter) vermittelt.

Helmholtz-Kolleg „Infektionsbiologie“ von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig und den Partnern Medizinische Hochschule Hannover und Tierärztliche Hochschule Hannover: Mit dem Konzept wird die bereits bestehende Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Studenten der Infektionsbiologie ausgebaut und intensiviert. Doktoranden aus aller Welt profitieren von der Zusammenarbeit mit renommierten Laboratorien und Partner-Instituten in der Region. Im Rahmen des H-CIB genannten Kollegs werden die Doktoranden das grundlegende Zusammenspiel zwischen Erreger und Wirt erforschen, um neue Strategien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Infektionen in Medizin und Veterinärmedizin zu entwickeln.

Helmholtz-Kolleg „Starke Wechselwirkungen dichter Materie“ von der Gesellschaft für Schwerionenforschung, Darmstadt, und der Johann Wolfgang von Goethe-Universität, Frankfurt am Main: Das Graduiertenkolleg soll jungen Forschern der Schwerionenforschung und der Hadronenphysik ein internationales und interdisziplinäres Umfeld bieten. Im Mittelpunkt steht die Erforschung von hochenergetischen Kollisionen von Schwerionen. Im Rahmen des Kollegs sind die Doktoranden in die Entstehung des internationalen Beschleunigerzentrums FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) an der GSI eingebunden. Damit wird eine heranwachsende Wissenschaftlergeneration auf die Erforschung der Materie mit Hilfe großer Beschleunigeranlagen vorbereitet.

Media Contact

Thomas Gazlig idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Metallpulver: umweltfreundlicher Brennstoff der Zukunft?

Team des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung und der Technischen Universität Eindhoven untersuchen, wie Eisen zur Speicherung und zum Transport von Energie genutzt werden kann. Nachhaltige Energie kann aus Wind, Sonne und…

Welche Populationsstrukturen maximieren die evolutionäre Fitness?

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Plön haben gezeigt, dass Populationsstrukturen, die den Effekt von Selektion verstärken, nicht unbedingt auch zu einer höheren Fitness führen. Stattdessen ist entscheidend für eine Maximierung der…

Neue Funktion des Kleinhirns entdeckt

Das Kleinhirn ist vorwiegend dafür bekannt, Bewegungen zu steuern. Nun haben Forschende der Universität Basel herausgefunden, dass das Kleinhirn auch beim Erinnern von emotionalen Erlebnissen eine wichtige Rolle spielt. Die…

Partner & Förderer