Nachwuchs-Wissenschaftlerin bringt Spitzenforschung nach Köln

Tina Romeis erhält hoch-dotierten Wissenschaftspreis für den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ehrt die 36-jährige Tina Romeis mit dem Sofja Kovalevskaja-Forschungspreis in Höhe von 1,5 Millionen DM. Die bisher in England tätige Pflanzenphysiologin erhält die Auszeichnung für ihre Arbeiten zu Fragen der Signalverarbeitung in Pflanzen. Das Preisgeld ermöglicht ihr den Aufbau einer selbständigen Forschungsgruppe in der Abteilung für Molekulare Phytopathologie am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln. Ab August 2001 wird sie dort das Team um Paul Schulze-Lefert verstärken, welches sich mit pflanzlichen Abwehrreaktionen gegenüber Krankheiten und Schädlingen befasst. Schwerpunkt der Arbeit von Tina Romeis werden spezielle Sensoren von Pflanzenzellen sein, die eine wichtige Rolle bei der Erkennung von Schädlingen spielen.

Für die Max-Planck-Gesellschaft ist Tina Romeis keine Unbekannte, da sie bereits am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen promovierte. Nach kurzer Tätigkeit in der Gruppe von Regine Kahmann in München wechselte sie zum renommierten Sainsbury Laboratory in Norwich, England. Ab 1996 hat sie dort in der Arbeitsgruppe von Jonathan Jones über die molekulare Kontrolle pflanzlicher Stressreaktionen – speziell der Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzschädlingen – gearbeitet. In Köln will Romeis eine von ihr entwickelte Methode anwenden, die proteinbiochemische und genetische Ansätze verbindet. Damit möchte sie aufklären, wie Signale innerhalb einer Pflanze zu Beginn der Stressreaktion weitergeleitet werden.

Tina Romeis zeigte sich von der Nachricht hocherfreut, da die Jury damit auch die wissenschaftliche Bedeutung eines Forschungsgebietes herausstellt, das im internationalen Vergleich in Deutschland deutlich unterrepräsentiert ist.

Der Sofja Kovalevskaja-Preis wird speziell an Nachwuchsforscherinnen und -forscher der Spitzenklasse verliehen, um ihnen den Aufbau einer Arbeitsgruppe an einem Forschungseinrichtung eigener Wahl zu ermöglichen. In diesem Jahr wurde der Preis insgesamt 14mal vergeben. Er ist nach der russischen Mathematikprofessorin Sofja Kovalevskaja (1850-1891) benannt. Das Forschungsförderungsprogramm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogrammes der Bundesregierung finanziert.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Tina Romeis
Bis 31. Juli:
The Sainsbury Laboratory
John Innes Centre
Norwich Research Park, Colney Lane
Norwich NR4 7UH, UK
Tel.: +44-1603-450 432
E-Mail: tina.romeis@bbsrc.ac.uk

Ab 1. August:
Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung, Köln
Tel.: 0221/5062 351
Fax: 0221/5062 353
E-Mail: romeis@mpiz-koeln.mpg.de

Media Contact

Dr. Susanne Benner idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Die ungewisse Zukunft der Ozeane

Studie analysiert die Reaktion von Planktongemeinschaften auf erhöhtes Kohlendioxid Marine Nahrungsnetze und biogeochemische Kreisläufe reagieren sehr empfindlich auf die Zunahme von Kohlendioxid (CO2) – jedoch sind die Auswirkungen weitaus komplexer…

Neues Standardwerkzeug für die Mikrobiologie

Land Thüringen fördert neues System zur Raman-Spektroskopie an der Universität Jena Zu erfahren, was passiert, wenn Mikroorganismen untereinander oder mit höher entwickelten Lebewesen interagieren, kann für Menschen sehr wertvoll sein….

Hoher Schutzstatus zweier neu entdeckter Salamanderarten in Ecuador wünschenswert

Zwei neue Salamanderarten gehören seit Anfang Oktober 2020 zur Fauna Ecuadors welche aufgrund der dort fortschreitenden Lebensraumzerstörung bereits bedroht sind. Der Fund ist einem internationalen Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close