Fusionsexperiment WEGA erzeugt das erste Plasma

Anfang Juli ging die Fusionsanlage WEGA im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts fuer Plasmaphysik (IPP) mit der Erzeugung des ersten Plasmas in Betrieb. An WEGA sollen Studenten und wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet werden, um die Zeit bis zur Fertigstellung der Grossanlage WENDELSTEIN 7-X zu ueberbruecken.

Die kleine Fusionsanlage WEGA – ein Mitglied der Wendelstein-Familie des IPP – kann auf eine bewegte Vergangenheit zurueckblicken: Als „Wendelstein-Experiment in Grenoble for the Application of Radio Frequency Heating“ ging WEGA 1975 im Rahmen des Europaeischen Fusionsprogramms als deutsch-franzoesisch-belgisches Gemeinschaftsprojekt in Grenoble in Betrieb. Nach einem siebzehnjaehrigen Zwischenaufenthalt im Institut fuer Plasmaforschung der Universitaet Stuttgart wurde sie dann im April vergangenen Jahres in Einzelteilen zerlegt in das IPP nach Greifswald ueberfuehrt.

Beim Wiederaufbau wurden alle Grundbauteile – Plasmagefaess, Magnetspulen und Abstuetzung – uebernommen, die Systeme fuer Stromversorgung, Vakuum, Steuerung und Datenerfassung wurden neu hergestellt. Umgetauft als „Wendelstein-Experiment in Greifswald fuer die Ausbildung“ soll WEGA nun dem wissenschaftlichen Nachwuchs als Uebungsfeld dienen. Zum Beispiel muss ein Grossteil der Messgeraete zur Analyse der Plasmaentladungen neu entwickelt werden. Auch zur Vorbereitung von WENDELSTEIN 7-X wird WEGA beitragen und Verfahren zum Ausmessen, Reinigen und Beschichten des Plasmagefaesses testen. Dies sind anspruchsvolle Aufgaben fuer Studenten, Diplomanden und Doktoranden – auch wenn das WEGA-Plasma mit einem Volumen von nur einem halben Kubikmeter rund 60mal kleiner und die Anlage insgesamt ungleich einfacher aufgebaut ist als der gegenwaertig entstehende WENDELSTEIN 7-X. „Bereits die Montage war fuer unsere Techniker eine gute Uebung“, erlaeutert der Projektleiter Dr. Johann Lingertat: „Fuer die meisten war dies die erste Erfahrung mit einer Fusionsanlage“.

Ziel der Fusionsforschung ist es, ein Kraftwerk zu entwickeln, das – aehnlich wie die Sonne – aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnt. Dazu wird der Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf ueber 100 Millionen Grad aufgeheizt. WENDELSTEIN 7-X, die weltweit groesste und modernste Anlage vom Typ „Stellarator“, soll die Kraftwerkstauglichkeit dieser Bauart untersuchen.

Media Contact

Isabella Milch Presse- und Oeffentlichkeitsarbe

Weitere Informationen:

http://www.ipp.mpg.de

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