Mit "LearNet" ins virtuelle Labor: Lernen und experimentieren im Internet

  • Mit "LearNet" ins virtuelle Labor
  • Studierende forschen via Internet
  • Zugriff auf einzigartige Laborexperimente

Das Lernen ist nicht mehr das, was es früher einmal war: Längst haben die Neuen Medien angefangen, das Schulbankdrücken zu ersetzen. Auf diese neuen Verhältnisse müssen sich auch die Hochschulen einrichten, und dabei soll LearNet ("Lernen und Experimentieren an realen technischen Anlagen im Netz") helfen. Aus dem vom BMBF geförderten dreijährigen Projekt, an dem unter Federführung von Prof. Dr.-Ing. Christian Schmid (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB) acht deutsche Hochschulen beteiligt sind, sollen neben einem Konzept für eine sinnvolle mediendidaktische Stoffaufbereitung auch innovative Software-Produkte für vernetztes Lernen hervorgehen.

Einmalige Experimente bundesweit steuern

Acht Hochschulinstitute aus verschiedenen Bundesländern (neben der RUB die TU München, die TU Dresden, die Fernuni Hagen, die Uni Siegen, die TU Cottbus, die FH und die PH Weingarten) haben sich zu dem Projekt zusammengeschlossen. Sie realisieren in ihren Labors je ein innovatives Experiment aus den Bereichen Regelungs- und Steuerungstechnik, Automatisierungstechnik und Mechatronik. Jedes Experiment erhält einen Internetzugang, so dass es sich von jedem Standard-PC, unabhängig von Ort und Zeit steuern lässt. Per Video- und Audiorückkopplung können Studierende den Ablauf dann von ihrem Bildschirm aus beobachten und beeinflussen. Neue Mittel der virtuellen Realität – neben räumlichen und akustischen 3D-Modellen etwa haptische oder sogar olfaktorische Erweiterungen – sollen in Zukunft die Nähe zum Versuch noch verbessern.

Welches Bild entsteht im Kopf?

Besonderes Gewicht liegt bei LearNet auf der didaktischen Aufbereitung und Evaluation. Bisher noch kaum erforschte Fragen der virtuellen Arbeit sind etwa: "Wie viel sinnliche Wahrnehmung braucht jemand für die Durchführung eines Experiments über Internet? Welches Abbild des technischen Systems hat er im Kopf, und wie erzeugt man das?" Pädagogen und Psychologen werden sich diesen Aspekten widmen. Die virtuellen Experimente sollen nicht nur zur Bereicherung von Präsenzveranstaltungen dienen, sie sollen auch für Fernstudien oder die Weiterbildung von Ingenieuren und Ingenieurinnen eingesetzt werden können. Die Teilnehmer sollen sich so schon früh an die Anwendung moderner Medien im Beruf gewöhnen.

Spielerische Werbung für Ingenieurstudien

Als Zielgruppe kommen neben Studierenden auch Schülergruppen in Frage: Bei Projektgruppen können sie schon auf niedrigem Niveau Technik ausprobieren und sich so dafür begeistern lernen.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Christian Schmid, Lehrstuhl für Automatisierungstechnik und Prozessinformatik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24093, Fax: 0234/32-04093, E-Mail: cs@esr.ruhr-uni-bochum.de.

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Dr. Josef König idw

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