Max-Planck-Gesellschaft verstärkt Forschung in Leipzig

Am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften kombiniert man modernste Methoden, um sowohl grundlegende neurobiologische als auch höhere kognitive Vorgänge im Gehirn messen und analysieren zu können. Zu den Methoden gehören unter anderem EEG/MEG, fMRI und die traditionelle Reaktionszeitanalyse. <br><br>Bild: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung wird zu einem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig ausgebaut

In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren sind psychologische und neurowissenschaftliche Forschung überall in der Welt immer enger zusammengerückt. Die Max-Planck-Gesellschaft hat dieser Entwicklung Rechnung getragen und die Max-Planck-Institute für neuropsychologische Forschung, Leipzig, und für psychologische Forschung, München zum 1. Januar 2004 zu einem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften am Standort Leipzig zusammengeführt. Das neue Institut verbindet auf einzigartige Weise modernste Kognitions- und Hirnforschung. Dabei ist die enge Verzahnung zwischen inhaltlicher Forschung und technologischer Entwicklung besonders hervorzuheben. Anlässlich der Gründung des Max-Planck-Institutes für Kognitions- und Neurowissenschaften findet am 26. März 2004 um 11.00 Uhr in der Alten Börse am Naschmarkt in Leipzig eine Feierstunde statt.

Prof. Angela D. Friederici, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, kann zu diesem Anlass Dr.-Ing. Matthias Rößler, den Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen, Christoph Matschie, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Wolfgang Tiefensee sowie den Rektor der Universität Leipzig, Prof. Franz Häuser, begrüßen. Nach einer Ansprache des Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Prof. Peter Gruss, hält Prof. Giacomo Rizzolatti, Universität Parma, Italien, unter dem Titel „Action, Language, and the Mirror-Neuron-System“ einen Festvortrag. Im Anschluss sind alle Gäste zu einem Rundgang und Empfang in das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Stephanstraße 1 A, eingeladen.

Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hatte bereits am 5. Juni 2003 beschlossen, die beiden Institute mittelfristig am Standort Leipzig zusammenzuführen. Das von beiden Instituten gemeinsam erstellte wissenschaftliche Konzept sieht für das neue Zentrum für Kognitions- und Neurowissenschaften im Endausbau fünf Abteilungen vor:
– Neurokognition der Sprache, Direktorin: Prof. Angela Friederici
– Neurologie, Direktor: Prof. Yves von Cramon
– Wahrnehmung und Handlung, Direktor: Prof. Wolfgang Prinz
– Exekutive Funktionen, Direktor: N.N.
– Bildgebende Verfahren, Direktor: N.N.

In einer Übergangsphase bis 2006 werden die jetzt bestehenden drei Arbeitsbereiche noch getrennt an ihren Standorten in Leipzig und München forschen.

Das Max-Planck-Institut für psychologische Forschung besteht in München seit 1981. Gründungsdirektor Prof. Franz Emanuel Weinert leitete bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1998 die Abteilung für Entwicklungspsychologie, die sich durch umfangreiche Längsschnittstudien zur Entwicklung kognitiver Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter international einen Namen gemacht hat. Daneben arbeitet seit 1990 eine kognitionspsychologische Abteilung, die von Prof. Wolfgang Prinz geleitet wird. Im Zentrum der Forschung stehen hier die kognitiven Grundlagen der Wahrnehmung und Steuerung von Handlungen.

Das Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung ist seit 1995 in Leipzig präsent und wird von den beiden Gründungsdirektoren Prof. Angela Friederici und Prof. Yves von Cramon geleitet. Am Institut werden die neuronalen Grundlagen von höheren Hirnfunktionen, insbesondere der Zusammenhang zwischen Hirnprozessen und Erleben, Verhalten und Handeln untersucht. Die hier verwendeten Methoden öffnen Fenster zum Gehirn, wobei die Bestimmung der Gehirnaktivitäten sowohl bei der Kommunikation in Sprache und Musik als auch bei der Handlungsplanung und -ausführung im Vordergrund stehen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Arbeit dieses Instituts und einmalig in Deutschland ist die Zusammenarbeit mit der universitären „Tagesklinik für kognitive Neurologie“, geleitet von Prof. von Cramon .

Innerhalb der nächsten Jahre wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die räumlichen und apparativen Voraussetzungen für zwei neue Abteilungen in Leipzig zu schaffen. Die derzeitige Planung sieht vor, dass Prof. Wolfgang Prinz mit seiner Abteilung im Jahr 2006 von München nach Leipzig wechselt und annähernd zeitgleich die beiden anderen Berufungen auf den Gebieten „Bildgebende Verfahren“ sowie „Exekutive Funktionen“ vollzogen werden.

Wenn im Jahr 2008 der Erweiterungsbau direkt neben dem bereits bestehenden Institutsgebäude in der Stephanstraße endgültig fertiggestellt sein wird, werden die etwa 220 Mitarbeiter ein optimales Umfeld für Ihre Forschungen vorfinden.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Birgit Mittag
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Tel.: 0341 9940-220, Fax: -221
E-Mail: mittag@cbs.mpg.de

Media Contact

Birgit Mittag Max-Planck-Gesellschaft

Weitere Informationen:

http://www.cbs.mpg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Anti-Aging-Medikament Rapamycin

…verbessert Immunfunktion dank Endolysosomen. Schutz vor Zunahme entzündungsfördernder Faktoren im Alter. Rapamycin gilt als vielversprechendes Anti-Aging-Medikament, das die Gesundheit im Alter verbessert und den altersbedingten Rückgang der Immunfunktion mildert. Eine…

Textile Innovationen für die ambulante Gesundheitsversorgung

Therapiewissenschaftler*innen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) untersuchen den Einsatz von Zukunftstechnologien für ein gelingendes Altern. In einem neuen Projekt mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)…

Mit künstlicher Intelligenz die Kernspin-Bildgebung beschleunigen

Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern einen Algorithmus für die Magnetresonanztomographie (MRT), der aus deutlich weniger Daten als bisher hochwertige Bilder erstellen kann. Das könnte die…

Partner & Förderer