40 Jahre "Technisches Design" an der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden


Europaweit einmalige Studienrichtung innerhalb des Maschinenbaus

Mit dem diesjährigen Wintersemester gibt es an der TU Dresden (TUD) 40 Jahre das „Technische Design“ an der Fakultät Maschinenwesen. Nur noch an den Universitäten in Stuttgart, Delft, Kopenhagen und Trondheim wird eine ähnliche Lehre angeboten, allerdings nur im Nebenfach. Einzig an der TUD ist es seit 1999 eine eigene Studienrichtung.
Die Grundlagen für diese Fachrichtung legte Rudi Högner, der als Nestor des Technischen Designs bezeichnet wird. Högner baute in seiner Lehre etwas völlig Neuartiges auf. Während bis in die 50er Jahre Möbel, Geschirr oder Textilien gängige Design-Objekte an der Schule waren, betrat er als erster Kunstdozent überhaupt mit seinen Studenten den Bereich der Technik. Er bemühte sich um die Gestaltung stark technisch determinierter Objekte (Maschinen) als Designobjekte. 1960 wurde Rudi Högner als Gastprofessor an die TUD berufen, um Ingenieurstudenten im Nebenfach erste Einblicke in das Produktdesign zu ermöglichen. Damit war die Dresdner Universität die erste technische europäische Bildungseinrichtung mit diesem Fachgebiet – damals als „Industrielle Formgestaltung“ und seit 1992 als eigenständige Professur“Technisches Design“.

„Technisches Design ist nicht Kunst“, so Johannes Uhlmann, Professor des Fachgebietes. „Künstlerisch ist der ganzheitliche Anspruch beim Entwurf und bei der Gestaltung technischer Gebilde in dieser Fachrichtung.“ Uhlmann ist es zu verdanken, dass an der TUD mehrere neue Vertiefungsrichtungen entstanden: 1985 Arbeitsumweltdesign, 1992 Produktdesign in der Studienrichtung konstruktiver Maschinenbau, im selben Jahr erfolgte auch die Berufung auf die Professur dieses Fachgebietes. Zum besonderen Verdienst Uhlmanns gehört die stark angestiegene Bewerberzahl für seine Vertiefungsrichtung, für die man sich nach dem viersemestrigen Maschinenbau-Grundstudium spezialisieren kann, wenn ein Eignungstest bestanden ist. Konstruktiv-kreative Voraussetzungen, Fertigkeiten im Freihandzeichnen, räumliches Vorstellungsvermögen und eine hohe Motivation werden hier geprüft. Denn die Ansprüche an einen Designingenieur sind hoch: „Der ganzheitliche Entwurf von Erzeugnissen erfordert ein breites Überblickswissen auf technischen Gebieten sowie die Fähigkeit, sich aufgabenorientiert in ein Spezialgebiet einzuarbeiten. Zudem sollen menschliche Belange wie das Äußere (als kommunikative Funktion) eines Produkts, dessen Handhabung und Gebrauch einbezogen werden“, umreißt der Professor die Aufgabe. „Den Studenten wird die Synthese von gestalterischem und natur-/ingenieurwissenschaftlichem Können vermittelt – und genau dies ist das Besondere des Studiums hier.“ Dazu werden technische Fächer wie Antriebstechnik, Maschinenkonstruktion/CAD oder Konstruktionstechnik mit gestalterischen Grundlagen von Grafik, Plastik und Farbe oder Designdarstellungen kombiniert. Studienschwerpunkt ist die Projektarbeit, bei der jeder Student in jedem Semester eine konkrete, unikale Entwurfsaufgabe bearbeitet.

Das Spezifikum der „Dresdner Schule des Technischen Designs“ ist – im Unterschied zu anderen Designausbildungs-Einrichtungen – die Integration der praktischen Design-Entwurfsarbeit in ein Maschinenbau-Studium. Die Absolventen sind Maschinenbau-Diplomingenieure mit dieser Entwurfserfahrung, die Berufbezeichnung ist „Designingenieur“.

Nähere Informationen bei: Professor Johannes Uhlmann
Telefon: (03 51) 4 63-57 52, Fax: (03 51) 4 63-57 53
E-Mail: tdesign@rcs.urz.tu-dresden.de

Dresden, September 2000
Susann Mayer

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Birgit Berg

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