TU München wählt Studenten nach Eignung aus


Ein gutes Abiturzeugnis genügt nicht

Ein gutes Abiturzeugnis allein genügt für die Aufnahme in die Technische Universität München nicht mehr: Zum kommenden Wintersemester wurden für die neuen Bachelor/Master-Studiengänge Molekulare Biotechnologie und Biochemie die Studenten nach Eignungskriterien ausgewählt.

Im Bewerbungsschreiben mussten die Studieninteressenten ihre Motivation für den Studienwunsch erklären. Besonderen Wert legte die Auswahlkommission aus Professoren der Biowissenschaften und Chemie darauf, dass die Kandidaten die Eignungsvoraussetzungen in den naturwissenschaftlichen Fächern und der englischen Sprache erfüllen. Außerdem wurden studienrelevante Aktivitäten berücksichtigt, beispielsweise Betriebspraktika oder die Teilnahme an Wettbewerben. Die vorausgewählten Bewerber wurden zu einem persönlichen Gespräch mit zwei Professoren eingeladen, das u.a. der Darstellung der Studienanforderungen und der Diskussion tagesaktueller Fragen der Biowissenschaften diente.

Mit dem Eignungsfeststellungsverfahren beschreitet die TU München einen neuen Weg, um die für das Profil und die Anforderungen eines Studiengangs am besten geeigneten Studenten zu finden. Die Hochschule erhofft sich durch das aufwändige Auswahlverfahren auch einen Beitrag zur Minderung der hohen Studienabbrecherquoten, die an den deutschen Universitäten zurecht beklagt werden. „Wir sind als Hochschule in der Pflicht, Studienfehlentscheidungen vermeiden zu helfen. Wir helfen damit der jungen Akademikergeneration in ihrer Lebensplanung und verbessern gleichzeitig die Qualität des Studiums“, sagt TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann zur Absicht der Hochschule, Zug um Zug allen Studiengängen die Eignungsfeststellung vorzuschalten.

In den neuen Studiengängen sind die Studentinnen in der Mehrzahl: In die Molekulare Biotechnologie wurden 29 Bewerber aufgenommen (davon 19 Frauen), in die Biochemie 23 Studierende (davon 15 Frauen). Insgesamt wurden rund 30 Prozent der Bewerber zum Studium zugelassen.

Die beiden neuen Studiengänge sind in besonderer Weise interdisziplinär und forschungsnah angelegt. Sie beginnen auf einem hohen mathematisch-naturwissenschaftlichen Niveau. Die Molekulare Biotechnologie ist dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan zugeordnet, der Studiengang Biochemie der Fakultät für Chemie in Garching. Beide Studiengänge sind bis zum Ende des 4. Semesters inhaltlich eng miteinander verknüpft, teilweise finden gemeinsame Lehrveranstaltungen statt. Nach dem 6. Semester erwerben die Studierenden mit dem internationalen Titel Bachelor of Science einer ersten berufsbefähigenden Abschluss, nach dem neunte Semester schließen die Studiengänge mit dem Master ab.

Media Contact

 Dieter Heinrichsen M.A.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer