Neue Formen der Studienwerbung praktiziert


Frauenministerin Dr. Gerlinde Kuppe und Kultusminister Dr. Gerd Harms informierten sich am Dienstag, dem 26. September 2000, an der Otto – von – Guericke – Universität Magdeburg über das Projekt zur Gewinnung von Frauen für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge.

25 junge Frauen absolvierten ein dreimonatiges Praktikum in den Fakultäten Naturwissenschaften, Informatik, Maschinenbau und Verfahrens- und Systemtechnik der Universität. Ziel des Projektes war es u.a., über projektbezogene Aufgaben in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereichen die Schwellenangst bei Mädchen abzubauen und gleichzeitig die Entscheidungsfindung für ein Studium in den genannten Bereichen zu fördern, informierte Frauenministerin Dr. Gerlinde Kuppe. Das Angebot nach dem Abitur, vor Aufnahme des Studiums, ein Praktikum an einer Uni zu absolvieren, ist bundesweit das 1. Modellprojekt, so die Ministerin.

Auf die Frage der Ministerin, ob dieses Praktikum die Entscheidungsfindung beeinflusst habe, antworteten die jungen Frauen, dass die direkte Einbindung in Aufgaben der Fakultät Spaß gemacht habe und sie sich in ihrer Studienwahl bestätigt fühlen. Immerhin werden 13 der 25 Praktikantinnen an der Magdeburger Uni ein Studium beginnen, was Rektor Pollmann als gute Entscheidung für die Uni, sowohl für das attraktive Studienangebot als auch für die hervorragende Betreuung und gerätetechnische Ausstattung wertete. Dr. Harms äußerte sich zufrieden über die Ergebnisse dieses Praktikums. Es trüge auch dazu bei, sich bei der Vielfalt der angebotenen Studiengänge orientieren zu können. In diesem Zusammenhang regte der Minister an, dass beispielsweise Doktorandinnen und Doktoranden der Uni, in direkten Kontakt mit Schulen treten, damit die jungen Leute aus erster Hand informiert werden und ihr Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen geweckt werde.

In der Fakultät für Naturwissenschaften waren sieben Praktikantinnen in projektbezogene Aufgaben der Grundlagenforschung einbezogen worden. Anika Strich beispielsweise führte computergestützte Messungen von Oszillationen biologischer Systeme mit entsprechender Bildauswertung durch. Teilweise flossen die Messergebnisse in eine Promotionsarbeit ein und wurden kürzlich sogar auf einer Tagung in Boston in einem Vortrag vorgestellt. Dieses Praktikum, so das junge Mädchen, hat ihren Entschluss gefestigt, Biologie zu studieren. Ebenso bei Kerstin Reinemann, die in der Fakultät für Informatik arbeitete und an verschiedenen Projekten forschte, war begeistert vom Praktikum und sieht sich in ihrer Entscheidung, Informatik zu studieren, nur bestärkt.

An dem mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierten und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Angestelltenakademie konzipierten Projekt waren insgesamt 6 Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt beteiligt. 120 Projektplätze standen für Abiturientinnen, Fachoberschülerinnen sowie Absolventinnen der 12. Klasse bereit. Es ist vorgesehen, das Projekt bis zum Jahre 2006 mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds fortzuführen.

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 Waltraud Riess idw

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