Chemiker gegen Ausländerfeindlichkeit


Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 48/00 vom 19. September 2000

Chemiker gegen Ausländerfeindlichkeit
Internationalität ist ein Grundpfeiler erfolgreicher Wissenschaft

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat auf ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung am 18. September in Bonn eine Resolution gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit verabschiedet. Sie ruft Wissenschaftler/innen und Studierende auf, durch konkretes Handeln im persönlichen Umfeld Solidarität mit ausländischen Gästen, Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu zeigen.

Anlass dieses Appells sind die sich mehrenden Meldungen von rechtsradikalen Übergriffen auf ausländische Gäste oder Mitbürgerinnen und Mitbürger ausländischer Herkunft. Diese Übergriffe schaden dem Ansehen unserer Gesellschaft, aber auch unserer von internationalen Kontakten lebenden Wissenschaft. Daher will sich die GDCh mit ihren 30.000 Mitgliedern ausdrücklich für Toleranz, Offenheit und friedliches Zusammenleben in diesem Land einsetzen.

Der Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Professor Dr. Gerhard Erker, hatte zuvor in der GDCh-Festsitzung anlässlich der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Bonn die Internationalität als einen essenziellen Grundpfeiler moderner Naturwissenschaften hervorgehoben. Grenzüberschreitendes Handeln werde im fachlichen wie im geografischen Sinne immer wichtiger. Dabei forderte er insbesondere, dass der Anteil begabter Studierender aus dem Ausland an unseren Universitäten gesteigert werden müsse. Außerdem müssten Postdoktorandenprogramme und -initiativen greifen: „Exzellente Forschungsinstitute gibt es in der Chemie und in ihren Nachbardisziplinen in großer Zahl in Deutschland, die bereit sind, begabte Postdoktoranden aus vielen Ländern als willkommene Gäste aufzunehmen.“

Es sei Anlass zur Besorgnis, so Erker, dass Berichte über ausländerfeindliche Aktivitäten in unserem Land zunähmen. „In dieser Situation ist es gut zu sehen, wie viele Mitglieder unserer wissenschaftlichen Gesellschaften aktiv mit einem „wehret den Anfängen“ diesem unseligen Tun entgegentreten. Ganz im Sinne des GDCh-Verhaltenskodex werden die Mitglieder der GDCh bestärkt, gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit einzutreten.“

Ansprechpartner für Medien

Dr. Kurt Begitt

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