5 Jahre Geothermie-Heizwerk Neustadt-Glewe. Wärme aus den Tiefen der Erde


6.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen durch Geothermienutzung

Seit fünf Jahren erfolgt durch die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH in der mecklenburgischen Kleinstadt Neustadt-Glewe die Fernwärmeversorgung von Wohn- und Gewerbeeinrichtungen auch aus unterirdischen Wärmequellen. 

Dabei wird das Prinzip der hydrothermalen Geothermienutzung angewendet. Grundlage dafür ist eine vorhandene wasserführende Gesteinsschicht in etwa 2.450 Meter Tiefe, die angebohrt wurde. In der Bohrung steigt das 100 Grad Celsius heiße Thermalwasser bis rund 90 Meter an die Erdoberfläche heran. Eine Unterwassermotorpumpe fördert das Thermalwasser nach obertage, drückt es durch die im Heizwerk befindlichen Wärmetauscher bis zu einer zweiten Bohrung, in welcher das auf etwa 50 Grad Celsius abgekühlte Thermalwasser der Gesteinsschicht zurückgegeben wird. Die drehzahlvariable Unterwassermotorpumpe fördert nur soviel Thermalwasser, wie für den Wärmebedarf der Kunden benötigt wird.

Die heutige Festveranstaltung zum 5-jährigen erfolgreichen Betriebsjubiläum steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Die Festrede hält Umweltstaatssekretärin Simone Probst.

Auch auf internationaler Ebene hat dieses Prinzip der Energienutzung für Aufsehen gesorgt. Bei der Vorstellung der Anlage auf dem 3. Weltkongress für Geothermie in Japan stieß insbesondere das Know-how für die Injektion des abgekühlten Wassers zurück in die tiefen Gesteinsschichten auf großes Interesse. Bedarf haben unter anderem Ungarn, Österreich, die Schweiz, Rumänien und Bulgarien angemeldet. In diesen Ländern erfolgt zur Zeit noch die Ableitung des „kalten“ Wassers in Seen und Flüsse.

Die Geothermieanlage in Neustadt-Glewe verfügt mit 100 Grad Celsius über den wärmsten Tiefenwasserspeicher in Deutschland. Deshalb kann auch auf den Einsatz von Wärmepumpen verzichtet werden. Rund 90 bis 95 Prozent der benötigten Fernwärme wird aus geothermischer Energie gewonnen. Der Rest kommt aus einer gasgefeuerten Kesselanlage, die als Spitzenlast- und Redundanzanlage zur Sicherung der Wärmeversorgung im Falle von Belastungsspitzen, in extremen Winterzeiten und bei Ausfällen des Thermalwasserkreislaufes eingesetzt wird. Die Anlage ist für 21.000 MWh pro Jahr konzipiert. 1999 wurden 15.200 MWh Wärme erzeugt, davon 14.800 MWh aus Geothermie.

Mit der Geothermieanlage in Neustadt-Glewe wurde eine umweltfreundliche und nahezu kohlendioxidfrei arbeitende Fernwärmeversorgung aufgebaut. Verglichen mit dem Einsatz von Gas- oder Heizöl können hier jährlich
6.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Zum Bau und Betrieb der Fernwärmeversorgung auf Basis von geothermischer Energie wurde 1992 die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH gegründet. Die Betriebsführung obliegt der WEMAG AG Schwerin. Derzeit beziehen 1.300 Haushalte und 20 Gewerbekunden ihre Fernwärme aus dieser Anlage.

Näheres zum Geothermie-Heizwerk Neustadt-Glewe erhalten Sie bei: Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, Obotritenring 40, 19053 Schwerin, Tel.: 0385-755-2267 o. 0170-921-2267. Fax: 0385-755-2822, E-Mail: heiner.menzel@wemag.com.                          
Ihr Ansprechpartner ist Dr. Heiner Menzel

Weitere Informationen zur Geothermie finden Sie, ständig aktualisiert auf unserer Homepage www.geothermie.de .

Media Contact

Werner Bussmann idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften

Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Schutz vor Corona: Erfahrung ist beim Immunsystem nicht immer ein Vorteil

Bei der Corona-Impfung basiert eine gute Impfreaktion auf naiven Immunzellen, bereits existierende Gedächtniszellen sind eher nachteilig, wie ein Forschungsteam des Exzellenzclusters PMI zeigt. Wer viele Infektionen mit gewöhnlichen Erkältungsviren durchgemacht…

Neue bwHealthApp macht die Nutzung von Fitnessarmbändern für ärztliche Behandlung möglich

Mit einer neuen App will die Fakultät Informatik der Hochschule Reutlingen die Diagnose und Therapie in der Medizin verbessern und kostengünstiger machen. Dabei setzen die Informatiker um Prof. Dr. Christian…

Vorklinische Entwicklung des optischen Cochlea Implantats

Das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung bewilligen Forschenden der UMG und des Göttinger Exzellenzclusters Multiscale Bioimaging Mittel über 1 Million Euro aus dem „SPRUNG“ (vormals: „Niedersächsisches Vorab“) zur Entwicklung des…

Partner & Förderer