Das Wissen der Mitarbeiter reifen lassen

Mit einem Projektbudget von 9,1 Millionen Euro fördert die Europäische Kommission ab sofort vier Jahre lang die Entwicklung neuer Formen kontinuierlichen lebensbegleitenden Lernens im Beruf. An dem Integrierenden Projekt (IP) MATURE (http://mature-ip.eu) beteiligen sich 12 Partner aus fünf europäischen Ländern. Es sind führende Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Bereichen Informelles Lernen, Organisationales Lernen, Wissensmanagement, Geschäftsprozessmanagement und Semantische Technologien. Darüber hinaus verfügt MATURE über ein ständig wachsendes Netzwerk von assoziierten Partnern aus Industrie und Forschung. Das FZI Forschungszentrum Informatik ist für die wissenschaftlich-technische Koordination des Konsortiums zuständig und bringt seine am FZI entwickelte Wissensreifungstheorie in die Forschungsarbeit ein.

MATURE verbindet Erkenntnisse aus dem E-Learning und dem Erfolg des kollaborativen Lernens in Interessensgemeinschaften des Web 2.0. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Web 2.0 haben gezeigt, dass bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Communityplattform eine beachtliche Motivation besteht, sich in einen gemeinschaftlichen Lernprozess einzubringen. Diese Motivation wollen die an MATURE beteiligten Forscherinnen und Forscher nutzen. Sie lenken den dynamischen Wissensaufbau durch eine neue Form softwaregestützter organisationaler Führung.

Das Konzept erschließt das in den Köpfen vorhandene Wissen über die Aufgaben und die zur Lösung eingesetzten Arbeitstechniken, bezieht aber auch klassische Kurse und Weiterbildungsmaterialien in das Lernumfeld ein. Bei dieser Wissensorganisation betrachtet MATURE die verschiedenen Lernprozesse als miteinander verwoben und aufeinander aufbauend, so dass sich ein Reifungsprozess ergibt, in dem das Wissen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kontinuierlich heranreifen kann. Solches Wissen kann die Gestalt klassischer Dokumente oder Lerninhalte annehmen, kann aber auch kollaborativ erzeugtes Strukturwissen darstellen, das sich auf Abläufe (Aufgaben, Prozesse, Arbeitstechniken) oder semantische Strukturen (wie Ontologien oder Kompetenzmodelle) bezieht. Hauptforschungsziel des Projektes ist, den Wissensreifungsprozess auf Basis empirischer Studien besser zu verstehen und Softwarewerkzeuge und Dienste zu bauen, die helfen, Barrieren bei der Wissensgewinnung und beim Wissensaufbau zu überwinden.

Vier Forschungsschwerpunkte, 12 Forschungspartner
MATURE hat vier miteinander verbundene Forschungsschwerpunkte, die von 12 europäischen Forschungseinrichtungen bearbeitet werden:

1. Die Analyse der derzeitigen Praxis der Wissensreifung mit dem Ziel, ein Referenzmodell abzuleiten.

2. Den Aufbau einer persönlichen Lern- und Wissensreifungsumgebung (Personal Learning Environment, PLE), über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Wissen unkompliziert einbringen und weiterentwickeln sowie benötigtes Wissen einfach abrufen können.

3. Den Aufbau einer geeigneten Organisationsumgebung für die Analyse und Lenkung der gemeinschaftlichen Aktivitäten aller Beteiligten sowie von Innovationsprozessen.

4. Die Entwicklung wiederverwendbarer Dienste, die den Wissensreifungsprozess unterstützen.

Projektpartner:
FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (Wissenschaftlich-technischer Koordinator)

http://www.fzi.de/ipe

CIMNE, Barcelona, Spanien (Administrativer Koordinator)
http://www.cimne.upc.es/
TU Graz, Institut für Wissensmanagement, Österreich
http://www.kmi.tugraz.at
SAP AG, Walldorf
http://www.sap.com
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Institut für Wirtschaftsinformatik, Österreich

http://www.uibk.ac.at/iwi/

Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut für Wirtschaftsinformatik, Olten, Schweiz

http://www.fhnw.ch

Pontydysgu, Wales, Großbritannien
http://www.pontydysgu.org
Universität Paderborn, Paderborn, Deutschland
Institut für Didaktik der Informatik
http://www.informatikdidaktik.de/rootcollection
London Metropolitan University, Learning Technology Research Institute, London, Großbritannien

http://www.londonmet.ac.uk/ltri/

BOC Asset Management GmbH, Wien, Österreich
http://www.boc-eu.com
University of Warwick. Institute for Employment Research, Warwick, Großbritannien

http://www2.warwick.ac.uk/fac/soc/ier/

Structuralia, Alcobendas (Madrid), Spanien
http://www.structuralia.es

Media Contact

Vera Münch idw

Weitere Informationen:

http://www.fzi.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Ein 2D-Material, das immer breiter wird

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Chemiker Prof. Thomas Heine von der TU Dresden hat ein neues Material mit wundersamen Eigenschaften entdeckt: Es handelt sich um einen zweidimensionalen Kristall, der…

Instrument an BESSY II zeigt, wie Licht MoS2-Dünnschichten katalytisch aktiviert

Dünnschichten aus Molybdän und Schwefel gehören zu einer Klasse von Materialien, die als (Photo)-Katalysatoren infrage kommen. Solche günstigen Katalysatoren werden gebraucht, um mit Sonnenenergie auch den Brennstoff Wasserstoff zu erzeugen….

Eine nahe, glühend heiße Super-Erde

Eine heiße Super-Erde in unserer Nachbarschaft ist vermutlich geeignet, um Atmosphärenmodelle von Gesteinsplaneten zu überprüfen. In den letzten zweieinhalb Jahrzehnten haben Astronomen Tausende von Exoplaneten aus Gas, Eis und Gestein…

Partner & Förderer