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China trotz Steuerreform weiterhin attraktiv

02.05.2007
Investoren beklagen jedoch rechtliche Unsicherheiten und Bürokratie

Trotz der geplanten Steuerreform in China haben internationale Unternehmen weiterhin Bedenken, in das derzeit boomende Reich der Mitte zu investieren. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Befragung von über 70 multinationalen Unternehmen zum Investitionsstandort China, die vom weltweit tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG heute, Mittwoch, vorgestellt wurde. "Obwohl diese halbwegs moderate Ertragsbesteuerung als grundsätzlich positives und richtiges Modernisierungssignal an die westliche Welt gewertet werden kann, müssen weitere Rechtsabsicherungen für ausländische Unternehmen folgen", sagt der Wiener KPMG-Geschäftsführer Hans Zöchling im Gespräch mit pressetext.

Zwar beurteilt ein Großteil der Konzerne die geplante und ab dem 1. Januar 2008 in Kraft tretende Steuerreform positiv, dennoch bestehen noch immer wesentliche Bedenken in Bezug auf wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Insbesondere von den Befragten kritisiert werden lähmende Bürokratiestrukturen (22,6 Prozent), rechtliche Unsicherheiten (32,8 Prozent) sowie der nach wie vor fehlende Schutz vor geistigem Eigentum (21,9 Prozent). Die chinesische Reform hebt die Steuersätze für ausländische Unternehmen auf den nationalen Satz von 25 Prozent, wobei auch die Verrechnungspreisgestaltung und Besteuerung von Auslandsgewinnen an international anerkannte Standards angepasst werden.

"Da diese Reform nicht einen allumfassenden Anspruch zur Veränderung besitzt, werden einige, aber dennoch wichtige tax incentives schrittweise abgebaut", so Zöchling. Für die betroffenen Groß- sowie klein und mittelständische Unternehmen bleibt China trotz oder gerade wegen der Reform als Investitionsstandort weiterhin attraktiv. "Schließlich können mithilfe des Doppelbesteuerungsabkommen mit China, der österreichischen Gruppenbesteuerung sowie des internationalen Schachtelprivilegs lukrative steuerliche Rahmenbedingungen geschaffen werden", so der KPMG-Geschäftsführer.

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Politischen Verbesserungsbedarf sieht Zöchling, wie auch 34 Prozent der befragten Unternehmen, bei der Forcierung einer unabhängigen Justiz, um langfristiges Vertrauen in die Wirtschaft des Landes zu gewährleisten. "Gute Finanzaufsichtsbehörden" erachten 28 Prozent als wichtig, wobei ein "modernes Bankensystem" von elf Prozent gefordert wird. "Die aktuelle Reform zeigt eine Verbesserung, wobei andere, noch ausstehende Bereiche sich durch die chinesische Politik nicht von heute auf morgen umsetzen lassen", sagt Zöchling abschließend.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.at

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