Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktienmarkt: Zwischen Hoffen und Bangen

16.10.2001


Von den scharfen Kurseinbrüchen nach den Terroranschlägen in den USA haben sich die internationalen Aktienmärkte schon wieder in beeindruckender Weise erholt. Unterstützt wurde die kräftige und schnelle technische Gegenreaktion durch eine weitere US-Leitzinsreduktion um 50 Basispunkte sowie das von Präsident Bush in Aussicht gestellte zusätzliche Konjunkturförderprogramm in Höhe von bis zu 75 Milliarden Dollar. Hinsichtlich der Nachhaltigkeit der gegenwärtigen Aufwärtstendenz sind allerdings Zweifel angebracht. Neuerliche Baisseattacken müssen angesichts der massiven Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen einkalkuliert werden; die meisten DAX-Titel dürften dabei die in der ersten Handelswoche nach den Anschlägen erreichten Tiefstände aber nicht mehr unterschreiten.

Ein dauerhaft verbessertes und verlässlicheres Anlageklima wird sich an den Börsen erst dann einstellen, wenn sich das Ende der globalen konjunkturellen Schwächephase abzuzeichnen beginnt. Von zentraler Bedeutung ist, wie rasch es in Amerika gelingt, die negativen Konsequenzen der schrecklichen Ereignisse vom 11. September für das Vertrauen der Verbraucher und Investoren zu überwinden. Erschwert werden Prognosen derzeit durch die Tatsache, dass die aktuell veröffentlichten makroökonomischen Daten wenig hilfreich sind, da sie überwiegend vor Mitte September erhoben wurden. Die massiven Lockerungsschritte der Fed, die ihre Möglichkeiten nun weitgehend ausgeschöpft haben dürfte, und die gigantischen Ankurbelungspakete der Bush-Administration offenbaren jedenfalls tiefe Besorgnis. Mit einer spürbaren wirtschaftlichen Wiederbelebung ist wohl erst in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres zu rechnen. Die Marktteilnehmer haben sich daher auch in den kommenden Monaten auf einen anhaltenden Fluss transatlantischer Hiobsbotschaften von der Konjunkturfront und aus dem Unternehmenssektor einzustellen.

Die europäischen Börsen bleiben im Schatten der vorerst wenig inspirierenden Wall Street gefangen. Auch hier hat das künftige Konjunkturprofil nur unscharfe Konturen. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission bewegt sich Europa am Rande der Rezession. Die diesjährige durchschnittliche Wachstumserwartung für die EU-Länder wurde von der Behörde jüngst von zuvor 2,5 auf "deutlich unter 2 Prozent" zurückgeschraubt. Deutschland erweist sich als Schlusslicht unter den EU-Staaten zunehmend als Wachstumsbremse. Wegen der stärkeren Exportabhängigkeit ist hierzulande im laufenden Jahr nur noch mit einer Expansionsrate von unter 1 Prozent zu rechnen, für 2002 zeichnet sich vorerst keine nennenswerte Beschleunigung ab.

Vor dem Hintergrund des äußerst gedämpften gesamtwirtschaftlichen Szenarios bleiben die Chancen am deutschen Aktienmarkt zunächst eng begrenzt. Auf Sicht der kommenden Wochen dürfte der DAX zwischen 4000 und 4800 Indexpunkten schwanken.

ots Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Ihre Ansprechpartner bei der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz: Bereich: Sparkassen-Privatkunden-Research

Hans Beth
Tel.: 06131 / 132616,
Fax: 06131 / 132574
E-Mail: hans.beth@LRP.de

Thomas Hollenbach
Tel.: 06131 / 132339,
Fax: 06131 / 132574
E-Mail: thomas.hollenbach@LRP.de

| ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung wächst weiter
28.01.2020 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Krisenrisiko Nummer 1: Unerwartete Liquiditätsengpässe
08.01.2020 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Im Focus: Charakterisierung von thermischen Schnittstellen für modulare Satelliten

Das Fraunhofer IFAM in Dresden hat ein neues Projekt zur thermischen Charakterisierung von Kupfer/CNT basierten Scheiben für den Einsatz in thermalen Schnittstellen von modularen Satelliten gestartet. Gefördert wird das Projekt „ThermTEST“ für 18 Monate vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwischen den Einzelmodulen von modularen Satelliten werden zur Kopplung eine Vielzahl von Schnittstellen benötigt, die nach ihrer Funktion eingeteilt werden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Supercomputer „Hawk“ eingeweiht: Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart erhält neuen Supercomputer

19.02.2020 | Informationstechnologie

Soziale Netzwerke geben Aufschluss über Dates von Blaumeisen

19.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics