Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KPMG-Mittelstandsumfrage - Keine Kreditverweigerung zu beobachten

10.09.2004

Die strengere Kreditvergabepraxis der Banken hat bisher offenbar nicht zu nennenswerten Kreditverweigerungen gegenüber mittelständischen Unternehmen geführt. Das hat eine bundesweite Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unter 700 mittelständischen Unternehmen ergeben (Rücklaufquote 20 Prozent). So wurden nur vier Prozent der Mittelständler in den vergangenen drei Jahren eigenen Angaben zufolge ein Kreditwunsch durch Geldinstitute abgeschlagen. Dagegen gab fast jedes fünfte der befragten Unternehmen (19 Prozent) an, in den letzten drei Jahren explizit keinen Kreditbedarf gehabt zu haben.

Tammo Ordemann, Koordinator des Bereichs Middle Market bei KPMG: "Im Gegensatz zu immer wieder geäußerten Befürchtungen kann von einer ’Kreditverweigerung’ an den Mittelstand als Ursache des gesunkenen Kreditvolumens keine Rede sein. Die Umfrage deutet eher auf eine deutliche Nachfrageproblematik bei Krediten für kleine und mittlere Unternehmen hin und weniger auf eine allgemeine Kreditverknappung durch die Banken. Die Stimmung bei den Unternehmen ist offenbar deutlich schlechter als die Lage."

Kreditverhandlungen: Höhere Anforderungen, längere Dauer

Allerdings verzeichnen die mittelständischen Unternehmen in aktuellen Kreditverhandlungen strengere Anforderungen. So gaben 60 Prozent der Befragten an, inzwischen mehr Unterlagen bei der Kreditbeantragung einreichen zu müssen als noch vor drei Jahren. Fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) berichtete zudem von längeren Kreditverhandlungen, und in der Hälfte der Fälle (50 Prozent) lässt sich das kreditgebende Institut mit seiner Entscheidung inzwischen offenbar auch mehr Zeit.

"Bedeutung alternativer Finanzierungsformen wird steigen"

Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) gehen davon aus, dass ihr Aufwand der Kapitalbeschaffung im Zuge von Basel II weiter steigen wird. Fast ebenso viele (60 Prozent) sind der Ansicht, dass auch die Bedeutung alternativer Finanzierungsformen künftig zunimmt, auch wenn derzeit die meisten für das eigene Unternehmen lediglich die "Klassiker" (Selbstfinanzierung aus Gewinnen, Leasing und Lieferantenkredite) als bedeutend ansehen.

Tammo Ordemann: "Die mittelständischen Unternehmen stellen sich verbreitet auf die geänderte Situation ein und versuchen ihre Kreditfähigkeit zu verbessern. Ansatzpunkte sind die aktivere Gestaltung der Kommunikation mit dem Kreditinstitut, die Erstellung aussagekräftigerer Unterlagen sowie die Intensivierung des Einsatzes von Controllinginstrumenten zur Verringerung des Risikos. Die bestehenden alternativen Finanzierungsinstrumente erscheinen den mittelständischen Unternehmen insgesamt noch eher als unattraktiv, so dass bei Finanzierungsproblemen verstärkt auf andere Kreditinstitute ausgewichen wird. Die Befragten wünschen sich im Bereich der Finanzierung insbesondere Flexibilität, die sich in einer variablen Inanspruchnahme und Verwendung der Finanzmittel ausdrückt."

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: KPMG-Mittelstandsumfrage Kreditverweigerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Boom der deutschen Wirtschaft derzeit wahrscheinlicher als eine Rezession
19.09.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht KMU haben die "Generation 50+" fest im Blick
29.08.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics