Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Adäquate Messung des ökonomischen Kapitals gewinnt für europäische Finanzinstitute an Bedeutung

20.11.2002


Einer von KPMG europaweit durchgeführten Umfrage zufolge berechnen von 61 befragten Kreditinstituten und Finanzdienstleistern 70% ökonomisches Kapital1). Neben aufsichtsrechtlichen Anforderungen werden interne Steuerungszwecke und die Kommunikation mit Ratingagenturen als Gründe für die große Bedeutung dieses Konzepts genannt. Dabei variieren Entwicklungsstand und Einsatz beträchtlich. Ökonomisches Kapital bildet die Grundlage für jede risikoadjustierte Erfolgsmessung. Die genannten unterschiedlichen Gründe zur Berechnung ökonomischen Kapitals machen dessen Vorteile deutlich - die Eignung für vielfältige Ziele und Einsatzmöglichkeiten - sind aber auch eine Ursache für den hohen Komplexitätsgrad dieses Ansatzes.



Messung zu Reporting- und Performance-Zwecken



Unternehmensintern setzen die Befragten das ökonomische Kapital vorwiegend für Zwecke des Reportings und der Performance-Messung ein, gefolgt von strategischer Planung, Budgetierung und risikoadäquater Margenkalkulation. Lediglich jedes vierte Institut (26 Prozent) stellt jedoch eine Verbindung zwischen der Kapitalallokation und den risikogewichteten Erträgen der Geschäftseinheiten her. Die Umfrage deutet auf eine prinzipielle Ursache für diese Implementierungsunterschiede hin: Technische und fachliche Voraussetzungen (unter anderem ein detailliertes Verständnis der notwendigen Methoden und die Datenanforderungen) stellen nach wie vor die größte Herausforderung bei der Implementierung eines Konzepts zur Messung und Steuerung ökonomischen Kapitals dar. Auf diesen Zusammenhang dürften einige der getroffenen Vereinfachungen zurückzuführen sein. Zum Beispiel geht die Hälfte der befragten Institute davon aus, dass Kreditrisiko, Marktrisiko und operative Risiken unabhängig voneinander sind.

Banken optimieren Kreditrisikomodelle

Aus der Umfrage wird ersichtlich, dass die Institute einer Optimierung der Modelle für Adressrisiken höchste Priorität einräumen, gefolgt von operativen Risiken. Von den Befragten würden fast alle (94 Prozent) ihr Kreditrisikomodell, das der Berechnung des ökonomischen Kapitals dient, nutzen, um das regulatorische Kapital für diese Risikoart zu berechnen, sofern die Finanzaufsicht (z.B. BAFin) dem zustimmte. Es herrscht allerdings die Meinung vor, dass hierfür noch einige Weiterentwicklungen nötig sind. Dies gilt insbesondere für den Aufbau der datentechnischen Infrastruktur und Modellprüfung.

Jörg Hashagen, Leiter von KPMG Financial Risk Management für die EMA-Region: "Es ist offensichtlich, dass das Konzept des ökonomischen Kapitals sich ausweitet. Ohne Zweifel ist diese Entwicklung getrieben durch die aktuellen Marktturbulenzen. Organisationen wollen sicherstellen, dass ihr Kapitalpolster für ihre jeweilige Risikosituation aus ökonomischer Sicht ausreichend dimensioniert ist und nicht ausschließlich externen regulatorischen Auflagen genüge tut. Mit Säule 2 von Basel II - die Überprüfung durch die Aufsicht - geben die Regulierungsbehörden erste Signale, dass Portfoliomodelle für ökonomisches Kapital langfristig eventuell zur Bestimmung des Risikokapitals eingesetzt werden könnten. Dies ermutigt Banken solche Modelle zu entwickeln und zu implementieren, was den Weg ebnen wird zu einer Anerkennung interner Portfoliomodelle zur Bestimmung des regulatorischen Kapitals, wenn auch erst in einigen Jahren. Die Entwicklungen im Bereich ökonomisches Kapital werden auch von anderen Institutionen mit Interesse verfolgt, wie z.B. der europäischen Kommission, die dieses Konzept auf EU-Investmentfirmen anwenden könnte. Die Kommission entwickelt zudem eine Solvenzverordnung für Versicherungen, die auf dem Konstrukt des risikoadjustierten Kapitals aufbauen könnte."


Pressekontakt:
KPMG
Marita Reuter/ Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18/ -12 15
Fax: (0 30) 20 68-11 48
eMail: mreuter@kpmg.com
tblees@kpmg.com

| KPMG

Weitere Berichte zu: Finanzinstitut Kreditrisikomodell Portfoliomodell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics