Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die erste vollautomatische Metrolinie in Lateinamerika nimmt in São Paulo den Betrieb auf

16.06.2010
Siemens liefert Automatisierungstechnik

Ende Mai eröffnete ViaQuatro, Betreiber der Linie 4 der Metro von São Paulo, Brasilien, die erste Teilstrecke der Linie. Damit ist São Paulo die erste Stadt Lateinamerikas mit einem vollautomatischen, fahrerlosen Metrosystem. ViaQuatro hatte Siemens Mobility 2007 mit dem Ausbau der neuen Linie beauftragt.

Die Linie 4 in der brasilianischen Metropole São Paulo erstreckt sich über 12,8 km und umfasst elf Stationen. Die nun eröffnete erste Teilstrecke hat zwei Stationen im Abstand von 2,5 km und ist die Anbindung der Linie 4 an das übrige Metronetz von São Paulo. Alle Stationen sind durch Bahnsteigtüren gesichert.

Die vollautomatische Linie ermöglicht eine dichtere Zugfolge als bei herkömmlichen fahrergeführten Systemen unter optimalen Sicherheitsbedingungen. Im Endausbau ist die Strecke für ein erwartetes Verkehrsaufkommen von rund 900.000 Fahrgästen pro Tag ausgelegt.

Die Teilstrecke, die Züge und die Betriebsleitstelle sind mit dem automatischen Zugbeeinflussungssystem Trainguard MT CBTC von Siemens ausgestattet. Die fahrerlose Metrolinie arbeitet im Pendelverkehr zwischen den beiden Stationen. Für diesen Betrieb wurden drei Züge ausgerüstet. Der Betriebshof wird durch das Sicas-Stellwerkssystem von Siemens gesteuert.

Als Konsortialführer lieferte Siemens Mobility das automatische Zugsicherungssystem Trainguard MT CBTC, das mittels der Communication Based Train Control-Technologie einen fahrerlosen Betrieb ermöglicht. Die Lieferung umfasst die strecken- und fahrzeugseitige Ausrüstung für den vollautomatischen Betrieb der Züge ohne Zugbegleiter. Zudem installierte Siemens die Vicos-CBTC-Leitstelle, eine automatische Verkehrsüberwachungslösung, die speziell für die CBTC-Technologie entwickelt wurde, sowie das elektronische Stellwerk Sicas. Die Firma Hyundai-Rotem liefert 84 Wagen zur Bildung von 14 Metrozügen.

In den nächsten Phasen wird die restliche Strecke in Betrieb genommen. Neben Trainguard MT CBTC werden ein Fahrgastinformationssystem, eine Videoüberwachung und eine Zugfunkanlage von Siemens installiert. Die Betriebsleitstelle wird zusätzlich zum Vicos-CBTC mit einem Scada-System ausgestattet. Dieses übernimmt die Überwachung und Steuerung der Linie, der Stationen, des Betriebshofs, des Zug-Kommunikationssystems und der von Siemens beigestellten Videoüberwachung für Züge und Stationen.

Trainguard MT CBTC ist in Paris, New York sowie in Barcelona in Betrieb. Darüber hinaus kommt das Zugbeeinflussungssystem unter anderem bei den Projekten in Algier, Budapest und Helsinki zum Einsatz.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Mobility Division (Erlangen) ist der international führende Anbieter von Transport- und Logistik-Lösungen. Mit „Complete mobility“ verfolgt die Division das Ziel, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient und umweltfreundlich zu transportieren. „Complete mobility“ ist orientiert am Ziel der Nachhaltigkeit und vereint Kompetenzen bei Betriebsführungssystemen für Bahn- und Straßenverkehr, Lösungen für Flughafen- und Post-Logistik, Bahnelektrifizierung, Schienenfahrzeugen im Nah-, Regional- und Fernverkehr, schlüsselfertigen Systemen und zukunftsorientierten Servicekonzepten. Mit weltweit rund 25.000 Mitarbeitern erreichte Siemens Mobility im Geschäftsjahr 2009 (30. September) einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro.

Reference Number: IMO201006029d

Franz-Ferdinand Friese | Siemens Mobility Division
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/industry
http://www.siemens.com/mobility

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Neue Akteure, Standardisierung und Digitalisierung für mehr Güterverkehr auf der Schiene
16.07.2018 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Ohne Fahrer zum Flieger: Festigkeitsnachweis für neuartiges Personentransportsystem erstellt
11.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft

19.07.2018 | Architektur Bauwesen

Infrarotsensor als neue Methode für die Wirkstoffentwicklung

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics