Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Social Media im Unternehmen: Ketchup kostenlos durch Flash-Mob

27.09.2012
Auf der 2. Etappe der "Expedition Unternehmen – Social Media im Mittelstand" wurde eines schnell klar: Unternehmen kommen am Thema Social Media nicht vorbei.
Die Frage ist nur, wie sie das Potential kanalisieren und für sich nutzbar machen, ohne in der schwammigen Rechtslage in die Bredouille zu geraten. Arbeitnehmervertreter hingegen warnen: Die Vergabe der Arbeit erfolge zunehmend über Social Media und würde durch Freelancer ohne soziale Absicherung erledigt.

Nach dem Auftakt im März 2012 mit dem Thema "Führung und Social Media" behandelte die 2. Etappe im September 2012 auf Schloss Birlinghoven das Thema "Mitbestimmung". 14 Impulsgeber – Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Rechtsvertreter – berichteten den rund 100 Teilnehmern Erfahrungen aus der Praxis und initiierten angeregte Diskussionen. Das Stimmungsbild: Während sich der Mittelstand noch abwartend verhält, ist Social Media in deutschen Großunternehmen, wie etwa der Deutschen Bahn, R+V Direktversicherung AG oder T-Systems, längst angekommen. Dort überwiegt die Meinung, dass nur Unternehmen mit einer funktionierenden Social Collaboration Plattform langfristig Wettbewerbsvorteile erzielen werden.

Entsprechend wurden in den letzten Jahren große Projekte zur Umgestaltung der Intranets durchgeführt. Zentrale Fragen, etwa zur Datensicherheit, konnten unter Einbeziehung der Betriebsräte zumeist zufriedenstellend gelöst werden.

Problematisch bleiben die rechtlichen Aspekte von Social Media, da sich interne und externe Nutzung sowie Privat- und Arbeitswelt immer stärker vermischen. Was darf ein Arbeitnehmer auf einer öffentlichen Plattform schreiben, was darf er nicht? Darf der Arbeitgeber überhaupt die Netzwerke seiner Mitarbeiter kontrollieren? Wer bestimmt die Regeln? Gängige Praxis für die interne Social Media-Nutzung sind aktuell selbst erarbeitete relativ schlanke Guidelines, die einen leitenden Rahmen geben.

Sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allerdings das Unternehmen auf Plattformen wie Facebook vertreten, empfehlen sich Schulungen, damit die Repräsentanten in den oft schnell hoch schlagenden Wellen der sozialen Medien nicht untergehen. Ein Beispiel für die Macht der sozialen Netzwerke schilderte ein Impulsgeber: Der neue Kantinenpächter berechnete für den Ketchup zu den Pommes frites 50 Cent extra. Die Mitarbeiterschaft regierte im Intranet des Unternehmens aufgebracht. Ein so genannter Shit-Storm mit Hunderten empörter Postings brach los. Die Kantine gab klein bei. Schon am nächsten Tag war der Ketchup wieder kostenlos.

Einen anderen gefährlichen Trend sehen Arbeitnehmervertreter: Die Organisation der Arbeitserfüllung und die Vergabe von Arbeitsaufträgen erfolgen zunehmend über soziale Netzwerke. In speziellen Internetbörsen bieten Selbstständige ihre Dienste an. Dadurch wird die Erledigung der Arbeit von den internen Festangestellten weg zu externen Freelancern verschoben. Diese stehen nicht nur miteinander in globaler Konkurrenz, sondern bieten ihre Leistungen auch ohne eine gesetzlich geregelte soziale Absicherung an.

"Expedition Unternehmen" ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Forschungsprojekt in Form von fünf Tagungen zum Thema "Social Media im Mittelstand". Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, die Synergie Vertriebsdienstleistung GmbH und T-Systems Multimedia Solutions. Zum lebendigen Austausch wurde die klassische Kongressform weiterentwickelt und um neuartige kommunikative Elemente erweitert. In Kleingruppen und unterstützt durch praxiserfahrene Impulsgeber aus Forschung und Industrie loten die Teilnehmer aktiv die gangbaren Wege zwischen kreativer Nutzung und notwendigem Einsatz von Social Media aus.

Die 3. Etappe der Expedition mit dem Thema "Personalentwicklung" findet am 28. Februar 2013 in Frankfurt statt.

Weitere Details finden Sie unter:
http://www.expedition-unternehmen.com
Impressionen und Filmbeiträge unter: http://www.facebook.com/ExpeditionUnternehmen

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.expedition-unternehmen.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

nachricht Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht
17.07.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics