Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Operationstechniken, Thromboseprophylaxe und Strategien gegen Problemkeime

23.09.2008
Schäumen, verkochen, umhüllen ... Phlebologie-Jubiläumskongress: Im Fokus die optimale Venentherapie

Venen per Katheter sanft von innen verschließen - neue minimal invasive Techniken machen es möglich. Sie konkurrieren zunehmend mit herkömmlichen Stripping-Operationen, dem vollständigen Entfernen der Vene.

Von der optimalen Venentherapie über Perspektiven der Thromboseprophylaxe bis zu neuen Strategien gegen multiresistente Keime reicht das Themenspektrum der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, vom 15. bis 18. Oktober 2008 (Ruhr-Congress Bochum, http://www.phlebologie-congress.de). Auf dem von Prof. Dr. Markus Stücker und Prof. Dr. Achim Mumme (Venenzentrum der Klinik für Dermatologie und Klinik für Gefäßchirurgie der Ruhr Universität Bochum) veranstalteten Jubiläumskongress diskutieren mehr als 150 Referenten und 1000 Gäste aus 13 Nationen den aktuellen Forschungsstand von Diagnose, Prophylaxe und Therapie bei Venenerkrankungen.

Von "verkochten Venen" und "inneren Kompressionsstrümpfen"

Wenn das Blut bei stark geweiteten Venen im Unterschenkel versackt, gilt es "das Fallrohr" - die krankhaft veränderte Vene - möglichst bald zu beseitigen. Der Kongress stellt neue minimal invasive Techniken vor: Etwa winzige Sonden, die - über einen Katheter in die Venen geschoben - das zu weit gewordene Gefäß von innen mittels Radiowellen "verkochen" und "das Fallrohr" so verschließen. Ein anderes Operationsverfahren setzt auf Venenerhalt. Mit einem Kunststoffmantel umhüllt der Operateur das "ausgeleierte" Gefäß und hält die Vene wie mit einem "Kompressionsstrumpf" in Form, d.h. auf normalem Durchmesser. Doch welchen Stellenwert haben angesichts sanfter Techniken wie Laser- und Radiofrequenzabtragung oder Schaumverödung noch die klassischen Stripping-Operationen? Die Experten werden aktuelle Studien diskutieren, die derzeit Vor- und Nachteile der verschiedenen Venentherapien untersuchen.

Weg mit Problemwunden und "Thrombosespritzen"

Neben der Thrombose ist das offene Bein (Ulcus cruris venosum) die schwerwiegendste Komplikation und zugleich die Endstufe der Krampfadererkrankung. Die Infektion der Wunden durch multiresistente Problemkeime (MRSA) wurde in den letzten Jahren gerade bei langjährig unter offenen Beinen leidenden Patienten zu einer zusätzlichen Herausforderung. Die Wissenschaftler suchen nach optimalen Strategien, MRSA-Besiedlungen und -Infektionen zu vermeiden bzw. möglichst sicher und rasch zu behandeln. Ein weiterer Diskussionspunkt wird die Thromboseprophylaxe sein: Neue Gerinnungshemmer wie das Rivaroxaban stehen zur Vorbeugung venöser Thromboembolien nach einer Hüft- oder Kniegelenkersatzoperation unmittelbar vor der Zulassung. Könnten diese Medikamente (Tablettenform) vielleicht die Thromboseprophylaxe revolutionieren? Standard ist hier noch immer die "Thrombosespritze" (Injektion von Heparin in das Unterhautfettgewebe).

Phlebologie beeinflusst Volksgesundheit

Rasant wie kaum ein anderes Fachgebiet der Medizin entwickelte sich im letzten Jahrzehnt weltweit die Phlebologie, was unmittelbare Auswirkungen auf die Volksgesundheit hat: Die Anzahl chronischer Veneninsuffizienzen hat sich nachweislich verringert. Die Bonner Venenstudie aus dem Jahre 2003 zeigt auf, dass schwere Krankheitsverläufe bis hin zum offenen Bein im Zeitraum von 1979 bis 2003 von 15 auf 3,6 Prozent zurückgegangen sind. Die weltweite Forschung auf diesem Gebiet, schonende Therapien und die Zunahme von spezialisierten Venenzentren in Kliniken und Praxen werden die Versorgung der Patienten mit Venenerkrankungen weiter verbessern. Krampfadererkrankungen sind mehr als eine kosmetische Störung: Wenn die Venenklappen nicht mehr schließen, versackt Blut in die Unterschenkel und kann dort Stauungssymptome, Thrombosen und das gefürchtete offene Bein hervorrufen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Markus Stücker, Prof. Dr. Achim Mumme, Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/8792377, E-Mail: Markus.Stuecker@ruhr-uni-bochum.de, Achim.Mumme@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.phlebologie-congress.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

nachricht Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht
17.07.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics