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Hypoglykämien schädigen Leistungsfähigkeit von Herz und Hirn

02.11.2010
Unterzuckerungen, die sogenannten Hypoglykämien, sind die häufigsten akuten Komplikationen bei Diabetes mellitus.

Fällt der Zuckerspiegel im Blut, können Diabetiker das Bewusstsein verlieren, Krampfanfälle erleiden und sich bei Stürzen verletzen. Ebenso gefährlich sind die Folgen nach einer Komplikation: Neuen Studien zufolge, haben Betroffene eingeschränkte geistige Leistungen und eine erhöhte Demenzrate. Schwere Hypoglykämien können außerdem Herz und Gefäße schädigen.

Die aktuellen Erkenntnisse über Unterzuckerungen und wie diese bei gefährdeten Diabetikern erfolgreich verhindert werden können, ist ein Thema der 4. Herbsttagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), die gemeinsam mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) vom 4. bis 6. November 2010 stattfindet.

Fehlender Zucker im Blut hat gravierende Auswirkungen. „Das Gehirn ist abhängig von Energie in Form von Glukose“, erläutert Professor Dr. med. Monika Kellerer, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin I, Marienhospital Stuttgart. Mit sinkendem Blutzuckerspiegel treten immer stärkere neurologische Störungen auf: Die Betroffenen sind nervös, zittern, haben Heißhunger und Schweißausbrüche. In Diabetes-Schulungen wird trainiert, die Symptome rechtzeitig zu erkennen und zu reagieren. Wird nicht sofort Zucker aufgenommen oder Glukagon – der hormonelle Gegenspieler des Insulins – gespritzt, verschlechtert sich der Zustand.

Auslöser einer akuten Unterzuckerung können zu wenig Nahrung, Alkohol oder falsch eingeschätzte körperlich Aktivität sein. Langjähriger Diabetes, Alter und Nierenfunktionsstörungen erhöhen das Risiko. In den meisten Fällen ist jedoch eine Überdosierung von Diabetes-Medikamenten oder von Insulin die Ursache – also eine unerwünschte Wirkung der Diabetes-Therapie.

Treten Hypoglykämien häufiger auf, sind die Betroffenen nicht nur akut gefährdet: Sie haben auch ein erhöhtes Risiko, dass ihre geistigen Leistungen eingeschränkt sind. Einige Studienergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass Herz und Gefäße Schäden erleiden. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel der Diabetestherapie, jede Unterzuckerung zu vermeiden.

Welche Therapiemaßnahmen Hypoglykämien verhindern können, ist Thema einer Vortragsveranstaltung der 4. DDG-Herbsttagung, die Professor Kellerer leiten wird. In der Pressekonferenz am 4. November 2010 wird die Expertin über die neuen Erkenntnisse aus der Forschung zu den Auswirkungen von Unterzuckerungen auf Herz und Gehirn informieren.

Terminhinweise:

Pressekonferenz zur Tagung
am Donnerstag, den 4. November 2010, 11.15 bis 12.15 Uhr, Raum 43, ICC Berlin
DDG-Vortragsveranstaltung
Diabetes und Gehirn
am Freitag, den 5. November 2010, 8.30 bis 10 Uhr, Saal 15.2, ICC Berlin
Pressekontakt für Informationen/zur Akkreditierung:
Pressestelle DDG/diabetesDE
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ddg-dag.de

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