Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderungen für Gesellschaften des langen Lebens - Japanische und deutsche Experten beraten

09.10.2012
Die Lebenserwartung der Menschen in Japan und Deutschland hat sich im letzten Jahrhundert stark erhöht. Und nicht nur das: man erreicht das höhere Alter auch bei besserer Gesundheit – eine positive Entwicklung.

Gleichzeitig nimmt die Bevölkerung in beiden Ländern ab, denn es kommen weniger junge Menschen nach. Japan ist weltweiter Spitzenreiter der Langlebigkeit, Deutschland in Europa das Land mit einem besonders hohen Anteil Älterer an der Bevölkerung. Lassen sich unter diesen demographischen Bedingungen die Errungenschaften des Wohlfahrtsstaats erhalten und weiterentwickeln? Bedroht dies die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften? Wie sollen wir mit diesen Herausforderungen umgehen und die Chancen, die in einem längeren Leben liegen, nutzen? Und welche Schlussfolgerungen zieht schließlich die Wissenschaft aus der immensen Veränderung des Altwerdens, seiner sogenannten Plastizität?

Auf Einladung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses Tokyo (DWIH Tokyo), der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Universität Tokyo befassen sich heute rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen eines deutsch-japanischen Symposiums in Tokyo mit diesen Fragen.

„Altern ist (in biologischen Grenzen) das, was wir daraus machen – das ist die Lehre, die wir aus der modernen Altersforschung ziehen. Wir sollten die alternden Bevölkerungen in Japan und Deutschland nicht nur als Herausforderung oder gar Belastung sehen, sondern auch als große Chance. Der Gewinn an gesunden Lebensjahren bietet ein ungeahntes Potenzial, sowohl für den Einzelnen als auch die Gesellschaft als Ganzes.
Die japanische und deutsche Wissenschaft können gemeinsam zu einem zeitgemäßen Bild des Alterns in der Familie, in der Arbeitswelt und allen anderen gesellschaftlichen Bereichen sowie auch in der Politik beitragen“, so Professorin Ursula M. Staudinger, Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften und der Jacobs University Bremen.

„In weniger als zwanzig Jahren wird ein Drittel der Japaner älter als 65 Jahre alt sein. Die schnelle Veränderung in der Bevölkerungsstruktur erfordert neue Wege, um den Menschen ein gesundes und aktives Alter zu ermöglichen. Wir müssen kühn denken: wie können wir zum Beispiel auch mit über 80 Jahren noch arbeiten?“, fragt Professorin Hiroko Akiyama, Direktorin des Instituts für Gerontologie an der Universität Tokyo.

„Das DWIH Tokyo bietet eine Austauschplattform zu Themen, die für Wissenschaft und Wirtschaft in Japan und Deutschland wesentlich sind. Zur großen Herausforderung der alternden Gesellschaften tun wir dies bereits zum zweiten Mal. Das außerordentlich große Interesse an der heutigen Veranstaltung – sowohl aus der japanischen Wissenschaft wie auch aus der Wirtschaft und zahlreichen Nichtregierungsorganisationen – zeigt, dass das Konzept des DWIH Tokyo, nämlich als Schnittstelle für Wissenschaft und Wirtschaft aus Deutschland und Japan zu dienen, funktioniert“, betont Professor Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Das DWIH Tokyo bildet ein Forum für die Organisationen der deutschen Wissenschaft und der forschenden Wirtschaft in Japan. Es wird auf Initiative und mit Förderung des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von der Hochschulrektorenkonferenz und der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan betrieben.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat zu dem Thema der Veranstaltung eine Empfehlung veröffentlicht: „Gewonnene Jahre – Altern in Deutschland“, online verfügbar unter www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2009_NatEmpf_Altern_in_D-DE.pdf.

Kontakt:
Regine Dieth
Leiterin
Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus Tokyo

Tel.: +81 (0)3 5276 8829
dieth@dwih-tokyo.jp

Caroline Wichmann
Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Tel.: 0345 - 472 39 – 800
E-Mail: presse@leopoldina.org

Susanne Schilden | idw
Weitere Informationen:
http://www.leopoldina.org
http://www.hrk.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Können Roboter im Alter Spaß machen?
14.11.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht Tagung informiert über künstliche Intelligenz
13.11.2018 | Leibniz Universität Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was das Meer zur Klimaregulierung beiträgt: Neue Erkenntnisse helfen bei der Berechnung

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Die Umgebung macht das Molekül zum Schalter

14.11.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics