Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chirurgen tagen in Berlin: Forschung und Schnittstellen zu benachbarten Fächern im Fokus

04.04.2012
Krankhaftes Übergewicht, Bandscheibenvorfälle oder Gefäßverengungen lassen sich operieren – sie lassen sich aber auch konservativ durch Diäten, durch Physiotherapie oder mit Medikamenten behandeln. Ob operativ oder konservativ entscheiden idealerweise fachübergreifende Teams gemeinsam mit dem Patienten.
Der 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) vom 24. bis 27. April 2012 beleuchtet deshalb unter dem Motto „Chirurgie in Partnerschaft“ Schnittstellen zu anderen medizinischen Fächern und zur Pflege. Rund 6000 Kongressbesucher werden in Berlin neueste chirurgische Erkenntnisse diskutieren.

Die Tagung widmet sich außerdem der evidenzbasierten Medizin und klinischen Studien in der Chirurgie. Wie modernes Krankenhausmanagement einen reibungslosen Ablauf rund um die Operation ermöglicht und die Patientensicherheit erhöht, ist ein weiteres zentrales Thema des Chirurgenkongresses 2012.

Chirurgie ist Teamwork pur – sei es mit Pflege, Anästhesie oder benachbarten Fächern in der Inneren Medizin. „Wir behandeln unsere Patienten in Partnerschaft – die zunehmenden inhaltlichen Vernetzungen, etwa in der Therapie Adipöser, sind deshalb Teil des Kongresses“, erläutert Kongresspräsident Professor Dr. med. Markus W. Büchler. Dazu gehöre es auch, kritische „Umarmungen“ durch andere Fächer transparent zu machen.

„Besonders in der Gefäß-, Herz- oder Viszeralmedizin darf die Chirurgie ihr klares Gesicht nicht verlieren“, fügt Büchler hinzu, der die Klinik für Allgemeine, Viszerale und Transplantationschirurgie der Universität Heidelberg leitet. In täglichen „Grand Slam“-Sitzungen diskutieren Referenten kontrovers über diese Fragen: Was spricht für oder gegen eine Operation bei Übergewicht oder einem Bandscheibenvorfall? Implantiert der Kardiologe oder der Herzchirurg eine neue Herzklappe und was ist bei einem verengten Hirngefäß die geeignetere Behandlung? Welcher Kontrahent die schlagkräftigeren Argumente hat, entscheidet anschließend das Publikum.

Auch in diesem Jahr widmet sich je ein Kongresstag einem Schwerpunktthema, das für alle chirurgischen Fächer relevant ist. Zum Kongressauftakt steht chirurgische Forschung im Mittelpunkt. „Studien entsprechen teils nicht der traditionellen chirurgischen Kultur, da sich Operationen immer aus einer individuellen Indikation ergeben müssen und nicht aus einer allgemeinen wissenschaftlichen Festlegung“, sagt Professor Büchler. Dennoch müssten Chirurgen sich angesichts vieler neuer Techniken vermehrt an klinischen Studien beteiligen, um wissenschaftlich belegen zu können, welche Verfahren überlegen sind, so der Kongresspräsident. Neben der Diskussion aktueller Studien stehen daher auch Vorträge zu deren Planung und Durchführung auf dem Programm.

Erstmalig wenden sich die auf dem Chirurgenkongress gezeigten Live-Übertragungen von Operationen insbesondere an den chirurgischen Nachwuchs. Besucher können Operationen aus Unfallchirurgie und Orthopädie, Herz-, Gefäß- und Allgemeinchirurgie live mit verfolgen. An einem Vormittag operieren erfahrene Chirurgen zudem mit minimal-invasiven Methoden, der sogenannten Schlüssellochchirurgie. In Berlin kommentieren Experten die einzelnen Operationsschritte und beantworten Fragen der Kongressbesucher.
Weitere Schwerpunkte des diesjährigen Chirurgenkongresses sind die sogenannte perioperative Medizin und Intensivmedizin sowie Organisation und Management in Kliniken und Praxen. Denn reibungslose Abläufe vor, während und im Anschluss an eine Operation können Komplikationen vermeiden helfen. Veranstaltungen zur besseren Kommunikation im behandelnden Team, systematischen Fehlersuche und wachsender ökonomischen Druck in Kliniken stehen auch auf dem Kongressprogramm. Dieses gestalten neben der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie auch ihre zehn Mitgliedsgesellschaften der Allgemein- und Viszeral-, Unfall-, Gefäß-, Herz-, Kinder-, Mund-Kiefer-Gesichts-, Thorax-, Neuro- und Plastischen Chirurgie sowie der Orthopädie. Posterpräsentationen, eine Industrieausstellung, Fortbildungskurse, ein Studierendentag für den Nachwuchs und ein Beach-Volleyball-Turnier ergänzen das Programm. Weitere Informationen und Hinweise zur Anmeldung finden Interessierte unter http://www.chirurgie2012.de.

Kontakt für Journalisten:

Christine Schoner/Christina Seddig
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-573
Fax: 0711 8931-167
schoner@medizinkommunikation.org
seddig@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de
http://www.chirurgie2012.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte
13.07.2018 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics