Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eichenprozessionsspinner mit neuen Methoden bekämpfen

16.10.2012
Einsatz eines unbemannten Hubschraubers wird erprobt
Der Befall von Eichen mit dem Eichenprozessionsspinner ist insbesondere in den Innenbereichen von Städten und Gemeinden ein akutes gesundheitliches Problem. Um ihn zukünftig in bewohnten Gebieten besser bekämpfen zu können, wird derzeit die Möglichkeit des Einsatzes eines unbemannten Hubschraubers geprüft.

Die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dem Julius Kühn-Institut (JKI) und der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung gemeinsam durchgeführten Untersuchungen erfolgen an einem vom Eichenprozessionsspinner besiedelten Baum in Südbrandenburg nahe Paplitz. Falls diese Methode erfolgreich ist, hat sie große Bedeutung für den Pflanzen- und Gesundheitsschutz. Auf befallenen einzelnen Bäumen könnten die Raupen des Eichenprozessionsspinners dann auch gezielt mit den für das jeweilige Anwendungsgebiet zugelassenen Insektiziden bekämpft werden.

Neue Strategien zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im innerörtlichen Bereich war eine Forderungen eines Fachgesprächs, das BfR und JKI im März 2012 veranstaltet hatten. Die jetzt durchgeführten Versuche folgen dieser Forderung und dienen der Suche nach alternativen Methoden, um die für den Menschen gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners auch in innerörtlichen Befallssituationen bekämpfen zu können. Ausgewählt wurde eine einzeln stehende Eiche, in deren Umkreis von 300 Metern sich keine Bebauung befindet. Im Test versprüht das Fluggerät kein Pflanzenschutzmittel oder Biozid, sondern einen in Wasser aufgelösten Farbstoff, der auch für Markierungsversuche in Gewässern und in Kosmetikartikeln verwendet wird. Mit der farbigen Lösung, die für Mensch, Tier und Umwelt unbedenklich ist, wird die Benetzung des Baumes getestet. Zugleich soll ermittelt werden, wie weit sich ein eingesetztes Mittel über das eigentliche Ziel hinaus verbreitet. Die Wissenschaftler erwarten Daten darüber, wie sich Wind und die durch die Rotorblätter erzeugte Luftströmung auf die Ausbreitung der Wassertröpfchen auswirken. Der Versuch soll ebenfalls klären, ob mit diesen Kleinhubschraubern die Auflagen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz für Bekämpfer, Passanten und Anwohner besser berücksichtigt werden können als beim Einsatz von großen Hubschraubern mit einem Piloten an Bord. Darüber hinaus wird untersucht, wie effektiv das Verfahren mittels Kleinhubschrauber im Vergleich zu Anwendungen vom Boden oder von einer Hebebühne aus ist. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit dem kleinen und wendigen Fluggerät auch im dicht besiedelten Stadtgebiet zielgenauer bekämpft werden kann. Der Kleinhubschrauber wiegt 65 Kilogramm und kann bis zu 24 Liter Spritzflüssigkeit tragen.
Für das Frühjahr 2013 sind weitere Versuche an befallenen Alleebäumen in der Region geplant.

Der Name Eichenprozessionsspinner geht darauf zurück, dass die Raupen hintereinander in Ketten und mit bis zu 20 parallelen Spuren zu ihren Nahrungsplätzen wandern. Für den Menschen gesundheitsgefährdend sind die feinen Haare der Raupen ab dem dritten Raupenstadium. Sie können bei Kontakt durch das darin enthaltene Gift Thaumetopo einen Juckreiz und Reizungen der Augen und Atemwege hervorrufen. Werden die Haare eingeatmet, kann es auch zu Atemnot oder Halsschmerzen bis hin zum allergischen Schock kommen. In Städten und Gemeinden, in denen der Eichenprozessionsspinner auf Bäumen im Innenbereich auftritt, stellt der Befall deshalb eine ernste Bedrohung der Gesundheit der Wohnbevölkerung dar.

Kontakt:
Dr. rer. nat. Klaus Urban
Abteilung 4 Material und Umwelt
E-Mail: klaus.urban@bam.de
Gemeinsame Pressemitteilung
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Julius Kühn-Institut (JKI)

Dr. Ulrike Rockland | idw
Weitere Informationen:
http://www.bam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik im Fisch
07.11.2018 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel
22.10.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics