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Perspektiven für das Naturschutzinstrument

11.07.2000


Neue Veröffentlichung vom Bundesamt für Naturschutz- Gefährdungssituation der biologischen Vielfalt in Deutschland immer noch hoch - Weiterentwicklung der Roten Listen notwendig

Bonn, 11. Juli 2000: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat aktuell die Ergebnisse eines Fachsymposiums über die "Roten Listen" herausgegeben. Darin legen Naturschutzexperten, Politiker und Wissenschaftler ihre Erfahrungen über das Naturschutzinstrument "bundesweite Rote Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Biotope" und dessen Zukunftsperspektiven dar. Das Bundesamt erarbeitet seit knapp 30 Jahren bundesweite Rote Listen und entwickelt die fachlichen Vorgaben dazu. Der neue Schriftenreihen-Band verdeutlicht die Aktualität und Notwendigkeit von Roten Listen sowohl in der Vergangenheit als auch in Zukunft.

In den Beiträgen des Tagungsbandes wird der hohe Stellenwert von Roten Listen im Naturschutz deutlich. Sie werden einstimmig als ein sinnvolles und notwendiges Instrument dargestellt, mit dem die Öffentlichkeit über die Artengefährdung und den Artenschwund in Deutschland informiert und Handlungsbedarf aufgezeigt werden kann.

Von den untersuchten Tier- und Pflanzenarten (ca. 30.000 Arten) stehen bundesweit rund 40 Prozent auf der Roten Liste und drei Prozent bzw. vier Prozent der Tier- bzw. Pflanzenarten sind ausgestorben oder verschollen. Über zwei Drittel (69 %) aller vorkommenden Biotope (Lebensraumtypen) sind als gefährdet eingestuft. Die Gefährdungssituation der biologischen Vielfalt in Deutschland ist immer noch hoch.

Eine besondere Bedeutung kommt den Roten Listen als wesentlichem Instrument für die Bewertung der Naturverträglichkeit und der Gefährdungssituation in der Planungspraxis (z.B. im Straßenbau und bei Bauleitplanungen) zu. Die Naturschutzexperten raten dazu, die Roten Listen - entsprechend den hier gestiegenen Anforderungen bei deren Einsatz - weiterzuentwickeln: Deshalb sollten bioökologische Daten, Angaben zu Gefährdungsursachen sowie Hinweise auf positive und negative Bestandsentwicklungen in die Roten Listen aufgenommen werden. Diese Zusatzinformationen erhöhen darüber hinaus die Nachvollziehbarkeit der Einstufungen von Tier- und Pflanzenarten in die Rote Listen. Außerdem seien solche Arten in Roten Listen kenntlich zu machen, für die Deutschland aus weltweiter Sicht eine besondere Verantwortung zur Erhaltung der Art trägt, so die Wissenschaftler.

Hinweis:
Binot-Hafke, M., Gruttke, H., Ludwig, G. &Riecken, U. [Bearb.] (2000): Bundesweite Rote Listen - Bilanzen, Konsequenzen, Perspektiven. Referate und Ergebnisse des gleichnamigen Fachsymposiums in Bonn vom 22.-23. März 1999. - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz Heft 65, 255 Seiten, ISBN 3-7843-3604-3, 39,80 DM, BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, Bestellung: Fon: 02501/801-300, Fax: 02501/351

Franz August Emde |

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