Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abwassertechnologien fürs Ausland: RUB-Forscher geben praktische Empfehlungen für den Export

01.06.2010
Ergebnisse aus bundesweitem BMBF-Verbundprojekt

Abwasser ist nicht gleich Abwasser: Temperatur, Zusammensetzung, Salzgehalt und vieles mehr variiert von einem Land zum anderen. Wie man Abwasser abhängig von den örtlichen Gegebenheiten behandelt und zur Wiederverwendung aufbereitet, haben Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Orth (Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik an der RUB) in einem mit 6,5 Mio. Euro vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Projekt untersucht.

Ihre Ergebnisse und Empfehlungen an deutsche Unternehmen, die ihre Technologien exportieren wollen, stellen sie am 10. Juni bei einer Abschlussveranstaltung vor (ab 8.30 Uhr im Veranstaltungszentrum der RUB). Außerdem erscheint ein 300-seitiges Handbuch für potentielle Exporteure.

Im Fokus: Technologien für andere Länder

Dem globalen Wassermangel kann man nur durch eine weitgehende Wiederverwendung von Abwasser, vornehmlich zur landwirtschaftlichen Bewässerung, wirksam begegnen. Aber die Voraussetzungen für Abwassertechnologien und eine Wasserwiederverwendung unterscheiden sich andernorts erheblich von unseren. Höhere oder niedrigere Temperaturen, eine andere Beschaffenheit des Abwassers, erhöhte Salzgehalte infolge der Verwendung von Meerwasser als Rohwasserquelle, aber oft auch eine Infrastruktur, die die Anwendung technologisch aufwendiger Verfahren nicht erlaubt, sind nur einige Beispiele. Welche veränderten Rahmenbedingungen sind in anderen Ländern zu beachten? Wie sind bewährte Technologien anzupassen? Diese und verwandte Fragen standen im Mittelpunkt des Verbundprojektes. Beteiligte Wissenschaftler reisten u.a. nach Asien und Afrika, um vor Ort Studien zu betreiben.

Technologien anpassen

Ihre Anpassungsempfehlungen resultieren beispielsweise aus Temperaturunterschieden. „Die Umsatzgeschwindigkeit biologischer Verfahren der Abwasserreinigung mit Bakterien verändert sich dadurch erheblich“, erklärt Ruben-Laurids Lange vom Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft. „Bei Temperaturen unter zehn Grad sind die Bakterien nicht mehr so leistungsfähig, so dass man die Becken für eine bestimmte Wassermenge entsprechend größer planen muss als in wärmeren Gebieten. Bei höheren Temperaturen schaffen die Bakterien mehr, so dass das Becken kleiner sein kann. Dafür muss man aber mehr Sauerstoff zuleiten.“ Entsprechend dem Ziel des Verbundprojektes, die Exportwirtschaft zu unterstützen, wurden die technologischen Projekte durch die Entwicklung von Planungsinstrumenten wie Software zur Projektplanung und zur Projektbewertung ergänzt. Das Handbuch mit den Projektergebnissen und Empfehlungen wird bei der Abschlussveranstaltung ausgegeben und danach am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik erhältlich sein.

Das Projektteam

Dem Projektteam gehörten Wissenschaftler und praktisch tätige Ingenieure der Universitäten bzw. Technischen Hochschulen Aachen, Bochum, Braunschweig, Darmstadt, Halle-Wittenberg, Hannover, Karlsruhe, München und Stuttgart, sowie der FH Emden-Leer und der Firmen Scholz und Partner GmbH, GEA 2H Water Technologies GMbH, IEEM an der Universität Witten/Herdecke gGmbH, Passavant-Roediger GmbH und dem ifak Magdeburg e. V. an. Das Verbundprojekt gliederte sich in die drei Kernprojekte „Abwasserbehandlung“, „Desinfektion und Wasserwiederverwendung“ und „Simulation und Konzepte der Abwasserbehandlung“. Die Kernprojekte wurden durch die TH Aachen, die TU Darmstadt und das IEEM an der Universität Witten/Herdecke gGmbH koordiniert, die die Gesamtkoordination durch die Ruhr-Universität unterstützten.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Hermann Orth, Dipl.-Ing. Ruben-Laurids Lange, Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik, Tel.: 0234/32-23049, E-Mail: siwawi@rub.de

Lehrstuhl-Homepage: http://www.ruhr-uni-bochum.de/siwawi

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/siwawi

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kleidung aus Baumwolle effizient recyceln: Neues T-Shirt aus alter Jeans
03.08.2020 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Fraunhofer UMSICHT prüft erweitertes Bewertungstool von Henkel für kreislauffähige Verpackungen
31.07.2020 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics