Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

InnoTrans 2012: Hightech für die sichere Schiene

04.09.2012
Der Warentransport auf Deutschlands Gleisen boomt. Um die gestiegenen Herausforderungen für Mensch und Material zu meistern, ist innovative Bahntechnik gefragt.

Auf der Messe InnoTrans in Berlin zeigt die Fraunhofer-Gesellschaft von 18. bis 21. September 2012 zwei neue Sicherheitstechnologien (Stand 225, Halle 4.1.): Einen Scanner, der vorbeifahrende Züge bei voller Geschwindigkeit vermisst und Sensoren, die durch zustandsorientierte Wartung Schäden an Schienenfahrzeugen frühzeitig erkennen.


Der Sector Profile Scanner vermisst vorbeifahrende Züge bei voller Geschwindigkeit.
© Fraunhofer IPM


Mit energieautarken Sensorknoten lässt sich der Zustand sicherheitskritischer Bauteile dauerhaft überwachen. © Fraunhofer LBF

Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts nahm die beförderte Gütermenge per Bahn von 2009 bis 2011 um fast 20 Prozent auf fast 375 Millionen Tonnen zu. Doch das Wachstum führt auch zu höheren Belastungen:

Während Waggons und Triebwagen einer größeren Beanspruchung Stand halten müssen, haben Lokführer und Bahnlogistiker mit kürzeren Lieferzeiten zu kämpfen. Das Risiko für Fehler, Schäden und Ausfälle – zum Beispiel durch verrutschte Ladung oder abgenutzte Bauteile steigt. Moderne Bahntechnik muss diese Sicherheitsrisiken auf einfache und wirtschaftliche Art und Weise eindämmen.

Bahnmesstechnik: Preisgekrönter Hochleistungsscanner

Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg hat einen Laserscanner entwickelt, der vorbeifahrende Züge bei voller Fahrt vermisst. Potenzielle Gefahrenherde wie herausragende Güter, offene Ladetüren, verrutschte Container oder ineinander verhakte beziehungsweise abgetrennte Waggons lassen sich so einfach und schnell von der Betriebszentrale identifizieren. »Den Sicherheitsexperten liegt nur Sekundenbruchteile nach der Durchfahrt des Zuges ein dreidimensionales Abbild vor. So können sie quasi in Echtzeit reagieren«, erklärt Dr. Alexander Reiterer, Leiter Bahnmesstechnik am IPM. Möglich machen das vier neben den Gleisen installierte Hochleistungslaserscanner, die bis zu zwei Millionen Datenpunkte in der Sekunde messen und damit auch Züge bei voller Geschwindigkeit erfassen können.

Reiterer: »Der Sector Profile Scanner SPS ist durch sein hermetisch geschlossenes Gehäuse trotz der extremen Bedingungen am Gleisrand nahezu wartungsfrei und birgt durch den Einsatz von Lasern der Klasse 1 keine Gefahr für das menschliche Auge.« Das IPM erhielt unter anderem für diese Entwicklung den diesjährigen Joseph-von-Fraunhofer-Preis, mit dem die Fraunhofer-Gesellschaft jedes Jahr herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Mitarbeiter auszeichnet.

Sensoren überwachen Zustand von Fahrwerken

Energieautarke Sensoren und Sensornetze sind aktuell eines der vielversprechendsten Zukunftsthemen. Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF aus Darmstadt hat einen Weg gefunden, diese Technologie auch für die Bahntechnik zu nutzen. Befestigt am Fahrwerk bezieht das Sensorsystem seine Energie aus den Schwingungen des Waggons. Dies geschieht mit Hilfe eines piezoelektrischen Wandlers. Die Sensoren liefern kontinuierlich Daten über den Zustand der sicherheitskritischen Komponenten an den Triebwagenführer.

Diesem genügt ein kurzer Blick auf die Vergleichswerte aus dem Computer, um festzustellen, wo es Handlungsbedarf gibt. »Durch die stetige Datenerfassung liegen detaillierte Informationen über den Zustand der Eisenbahnfahrwerke vor – und zwar viel genauer als im Vergleich zur Wartung in Intervallen«, so Matthias Kurch, Projektleiter am LBF.

Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 4.1.

An Stand 225 in Halle 4.1. präsentiert Fraunhofer vom 18. bis zum 21. September 2012 weitere Forschungs- und Entwicklungsleistungen für die Bahntechnik. Diese reichen von der Thermografieprüfung von Eisenbahnrädern, über innovative Konzepte für die Transportlogistik und Testmethoden für sicherheitskritische Bahnsoftware bis hin zu einer neuen Prüfanlage für Radsatzwellen.

Dr. Alexander Reiterer | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/september/hightech-fuer-die-sichere-schiene.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics