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Intelligente Medikamentendosierung im Mund, auf und unter der Haut

17.10.2005


Die Lebensqualität vieler Menschen, die unter chronischen Beschwerden leiden, könnte sich bald verbessern - mit miniaturisierten Medikamentendosiersystemen. Die Mikromedizintechnik zählt zu den aussichtsreichsten Märkten der Mikrosystemtechnik. Das HSG-IMIT zeigt auf der BioTechnica 2005 sein umfassendes Know how auf diesem neuen Fachgebiet und will Partner aus der Medizintechnikbranche für die Anwendungsentwicklung gewinnen.



Die Teams des HSG-IMIT arbeiten seit Jahren intensiv an Mikrodosiersystemen. Erste Grundlagen sind gelegt - beispielsweise für implantierbare Pillen, intelligente Pflaster und für ein Medikamentendosiersystem, das sich in den Mundraum einsetzen lässt. Das intra orale System wird im Rahmen des internationalen, von der EU geförderten Verbundprojekts IntelliDrug entwickelt. Von IntelliDrug erwartet man erhebliche Fortschritte in der medikamentösen Behandlung von chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Alzheimer.



Ziel ist, mit Unterstützung eines Mikrodosiersystems die individuell erforderlichen Arzneimittel in geeigneten Dosen über die Mundschleimhaut kontinuierlich an den Körper abzugeben. Sensorik, Steuerung, Pumpe, Energiequelle und Medikamentenreservoir sind die wesentlichen Komponenten des programmierbaren Systems. Die speziellen Anforderungen: minimale Größe, niedrigster Energiebedarf, mechanische Stabilität und Biokompatibilität.

Das HSG-IMIT konzentriert sich auf die Entwicklung der Abgabemechanismen, des Gehäuses und verbindet die verschiedenen Komponenten zu einem integrierten Mikrosystem. Es wird wie ein Zahn aussehen und so in den Mund integrierbar sein, dass es den Patienten weder beim Essen und Trinken noch beim Sprechen behindert. Ein besonderer Vorteil wird die Flexibilität sein: Je nach Bedarf kann das Gerät über einen Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen eingesetzt werden. Über eine drahtlose Schnittstelle werden Patient und Arzt informiert, wenn das Reservoir wieder aufgefüllt werden muss.

Die Medikamentenabgabe ist eines von vielen Themen der Mikromedizintechnik. Die aktuellen Entwicklungen bauen auf Erfahrungen des HSG-IMIT in der Mikrofluidik, -sensorik und -aktorik auf. Jetzt gilt es, diese Bausteine zu komplexen Systemen zu kombinieren und so weit voranzutreiben, dass sie klinische Tests durchlaufen können.

Peter Josef Jeuk | idw
Weitere Informationen:
http://www.hsg-imit.de

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