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Neue Erkenntnisse über Ursachen der Gallengangsatresie

04.08.2004


Anzahl der Lebertransplantationen soll verringert werden



Wissenschaftler des Cincinnati Children’s Hospital hoffen, dass eine Entdeckung über eine potenziell tödliche Erkrankung helfen kann, die Anzahl der Lebertransplantationen bei Kindern zu reduzieren. Auf eine Gallengangsatresie entfallen bis 50 Prozent der Erkrankungen von Kindern, die eine Lebertransplantation erhalten. Die Forscher nutzten die modernsten Verfahren zur Untersuchung der genetischen Ursachen dieser Erkrankung. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin The Lancet veröffentlicht.



Das Team erhielt Biopsien der Lebern von 14 Kindern mit Gallengangsatresie. Mittels Gene Chip Technology konnte nachgewiesen werden, dass die Entstehung der Erkrankung in Zusammenhang mit der Sekretion von Proteinen, den so genannten Cytokinen steht, die eine Entzündung auslösen. Es zeigte sich, dass in den frühen Phasen der Erkrankung jene Gene, die eine Entzündung auslösen aktiviert sind und die Gene, die eine Infektion bekämpfen unterdrückt werden. Zusätzlich verglich das Team diese Proben mit Biopsien von Kindern, die unter einer Cholestase litten. Bei dieser Lebererkrankung kommt es durch eine Blockierung der Gallengänge zu einem Anstieg der Gallenflüssigkeit in der Leber.

Es konnte laut BBC nachgewiesen werden, dass zwei Drittel der Kinder mit Gallengangsatresie das Cytokin Gamma-Interferon produzierten. Dieses Protein konnte bei keiner der Proben der zweiten Gruppe nachgewiesen werden. Der leitende Wissenschaftler Jorge Bezerra erklärte, dass Kinder mit Gallengangsatresie sehr zu gegen den eigenen Körper gerichteten Entzündungsreaktionen neigen könnten. Diese Entzündungszellen sähen das Gallensystem als äußeren Angreifer.

An einer Gallengangsatresie erkranken Kleinkinder. Die Erkrankung tritt normalerweise zwei bis acht Wochen nach der Geburt auf. Ihre Ursachen waren bisher unbekannt. Zu den Symptomen gehören eine ungeklärte Gelbsucht, dunkler Urin, lehmfarbener Stuhl und Gewichtsverlust. Die Krankheit zerstört die Gallengänge in der Leber und führt zu einer raschen Schädigung der Leberzellen und schwerer Vernarbung. Obwohl eine Operation bei vielen Kindern erfolgreich ist, brauchen drei von vier Patienten vor ihrem 20. Lebensjahr eine Lebertransplantation.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cincinnatichildrens.org

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