Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PROMETHEUS - Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre

14.05.2001


... mehr zu:
»Bildarchiv »JLU »Modul »PROMETHEUS
Die Professuren für Kunstgeschichte und die Professur für Klassische Archäologie der JLU Gießen sind Gründungsmitglieder des Verbundprojekts PROMETHEUS - Neue Medien in der Bildung

Die beiden Professuren für Kunstgeschichte und die Professur für Klassische Archäologie am Fachbereich 04 - Geschichts- und Kulturwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen sind Gründungsmitglieder des Verbundprojekts "PROMETHEUS - Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre", das im Rahmen des Programms "Neue Medien in der Bildung" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 1. April 2001 auf drei Jahre mit 3,2 Millionen DM gefördert wird.

Bereits seit dem Sommer 1999 arbeiten die oben genannten Professuren mit eigenen digitalen "Diatheken". Die Bilder werden nicht mehr in Form von Diapositiven verwendet, sondern als Bilddateien in einer Datenbank. Sie sind damit dauerhaft konserviert, immer auffindbar, frei von Qualitätsverlust und beliebig oft einsetzbar. Die Präsentation erfolgt über Beamer statt über Diaprojektor. Das ermöglicht einen direkten Zugriff auf alle Bilder, aber auch Zusatzfunktionen wie beispielsweise Detailvergrößerung.

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer internetbasierten Wissensplattform für die Fächer Archäologie, Kunstgeschichte und Designgeschichte, die das Potenzial digitaler Bildverarbeitung und -archivierung für Forschung und Lehre in diesem Bereich nutzen und erproben wird. In Zusammenarbeit mit Informatikern, Mediendesignern und Mediendidaktikern entsteht ein System, das zum einen verteilte digitale Bildarchive zusammenführt und zum anderen durch eine virtuelle Lehr- und Lernumgebung die herkömmliche Lehre ergänzt und die Möglichkeiten zum Selbststudium verbessert.

Neben der JLU Gießen sind an der Umsetzung von PROMETHEUS die Humboldt-Universität Berlin (Kunstgeschichtliches Seminar), die Hochschule Anhalt in Dessau/Köthen (Fachbereiche Design und Informatik) sowie die Universität Köln (Institut für Kunstgeschichte, Institut für historisch-kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung, Seminar für Pädagogische Psychologie) beteiligt. Die Projektleitung liegt am Kunsthistorischen Institut in Köln.

Von archäologischen Objekten bis zur aktuellen Computerkunst reichen die Bilder, die von den beteiligten Projektpartnern unabhängig voneinander in Bilddatenbanken mit jeweils eigenen Schwerpunkten aufgenommen werden. Es werden hierin sowohl Bilder als auch deren Basisdaten (Künstler, Titel, Datierung etc.) gespeichert. PROMETHEUS führt diese digitalen Bildarchive unter einer gemeinsamen Oberfläche zusammen, so dass gleichzeitig in allen Datenbanken recherchiert werden kann. Eine besondere Herausforderung und ein in den beteiligten Fächern bislang einzigartiger Anspruch ist, dass PROMETHEUS bewusst als offenes, auf Vielfalt eingestelltes System konzipiert ist, das keine bestimmte Datenbanksoftware und keine einheitlichen Datenstrukturen vorschreibt, so dass auch künftig neue Module und Teilnehmer angeschlossen werden können.

Die gemeinsame Wissensplattform von PROMETHEUS nimmt den Versuch wahr, Fächergrenzen zu überwinden und Nachbardisziplinen einzubinden. Durch den fächerübergreifenden Aufbau des verteilten Bildarchivs erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Forschung außerdem ungewohnte und überraschende Abfrageergebnisse.

Um die spezifischen Eigenschaften und Vorteile des digitalen Bildmediums zu nutzen, werden didaktische Module entwickelt und in PROMETHEUS integriert. Ein Beispiel hierfür ist die an der Fachhochschule Anhalt entworfene "TimeLine" - ein Abfragemodul, das die Ergebnisse einer Datenbanksuche nicht mehr tabellarisch ordnet, sondern als Punktmengenverteilungen auf einem Zeitstrahl darstellt. Solche Module werden dem Nutzer in Zukunft den Zugriff auf große und komplexe Datenmengen in den jeweiligen Bildarchiven erleichtern.

Das Bild ist das klassische Medium zur Vermittlung von Lehrinhalten in den Fächern Kunstgeschichte und Archäologie. In Erweiterung zur Bildrecherche wird PROMETHEUS die Möglichkeit bieten, aus den recherchierten Bilddaten digitale Präsentationen für Vorträge und Referate herzustellen, die man über einen Beamer in den Vortragsräumen präsentieren kann. Denkbar ist hier zum Beispiel, Vorlesungen direkt aus dem Bildmaterial von PROMETHEUS zusammenzustellen und anschließend den Studierenden im Netz zur Nacharbeitung zur Verfügung zu stellen. Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass in Vorlesungen und Seminaren von einem in den Vortragsräumen installierten Rechner online in den Bilddatenbanken recherchiert werden kann und dass die Dozenten direkt auf Nachfragen reagieren und Vergleichsbilder auswählen können. Der Lehrbetrieb wird sich dadurch kreativer und flexibler gestalten lassen.

Sonderstellung des Verbundpartners Gießen

Der Verbundpartner Gießen nimmt innerhalb von PROMETHEUS in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Zum einen ist die multimediale Ausstattung der JLU Gießen und die Akzeptanz der Neuen Medien unter Studierenden und Lehrenden jetzt schon sehr gut. Zum anderen treffen hier zwei Fächer an einem Ort zusammen, so dass bestimmte Ziele des Projekts bereits im Kleinen durchdacht und erprobt werden können. Das betrifft die Kompatibilität der Informationen, aber auch die Probleme, die sich ergeben, wenn unterschiedliche Forschungsansätze die systematische Erfassung der Daten und die Erschließung für den Nutzer berühren. Darüber hinaus stellt Gießen bislang den einzigen archäologischen Verbundpartner, so dass der JLU eine Vorreiterfunktion in diesem Fach zufällt. Inhaltliche Schwerpunkte in Gießen sind Architektur (Kunstgeschichte) und Griechische Plastik (Klassische Archäologie).
Bereits nach einem Jahr werden Bilddatenbanken und Lehrmodule von PROMETHEUS auf einem Stand sein, der es gestattet, das System bei Studierenden und Lehrenden zu evaluieren und weitere Partner in das Projekt einzubinden.

Ein wichtiges Anliegen von PROMETHEUS ist es nicht zuletzt, die Medienkompetenz sowohl der Lehrenden als auch der Studierenden zu fördern und berufsqualifizierende Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich digitaler Lehr- und Lernmedien an den Universitäten zu unterstützen. Diesbezüglich hat Gießen eine hervorragende Ausgangssituation: durch die bereits gesammelten Erfahrungen in der Praxis und durch die geplante Zusammenarbeit mit dem kürzlich an der JLU gegründeten Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI).

Mit PROMETHEUS entsteht eine auf verteilten digitalen Ressourcen basierende, vernetzte Wissensplattform mit didaktischen Modulen, die nach Projektende als Open Source unter den Bestimmungen des GNU Public License zur Verfügung stehen wird.


Kontakt:
Projekt PROMETHEUS
Dr. Stefan Brenne
Tel.: 0641/99-28285
E-Mail: Stefan.Brenne@geschichte.uni-giessen.de

Dr. Sigrid Ruby
Professuren für Kunstgeschichte
Otto-Behaghel-Straße 10 /G
35394 Gießen
E-Mail: Sigrid Ruby@geschichte.uni-giessen.de

Priv.-Doz. Dr. Norbert Eschbach
Professur für Klassische Archäologie
Otto-Behaghel-Straße 10 / D
35394 Gießen
E-Mail: Norbert.Eschbach@geschichte.uni-giessen.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Charlotte Brückner-Ihl | idw

Weitere Berichte zu: Bildarchiv JLU Modul PROMETHEUS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Das plastische Gehirn: Bessere Vernetzung von Gehirnarealen durch Training
02.07.2018 | Leibniz-Institut für Wissensmedien

nachricht skip Institut der Hochschule Fresenius und GFOS entwickeln Augmented-Reality-App für die Produktion
27.06.2018 | Hochschule Fresenius

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Schraubverbindungen mit standardisiertem Ultraschallverfahren

23.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren

23.07.2018 | Studien Analysen

Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics